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Online-betrug


Heutzutage gehört das Surfen im Internet zu den alltäglichen Gewohnheiten. Dem Internetuser steht ein breites Spektrum an Diensten zur Verfügung: Einkäufe online erledigen, das Bankkonto online verwalten, seriöse oder merkwürdige Informationsseiten besuchen oder sich eben dort registrieren, etc. Und so ganz nebenbei kann der Kunde auch Opfer eines Betrugs in dieser wunderbaren Welt von reizvollen Angeboten werden!
Betrüger nutzen das Internet um geschickt Fallen zu stellen, die immer weiter verbessert werden, um immer mehr Leute aufs Glatteis zu führen. Solange die Internetnutzer über diese Verfahren nicht informiert und aufgeklärt sind, bleibt die Gefahr groß, Opfer eines Online-Betrugs zu werden.
Selbstverständlich sind nicht alle Internetseiten zwangsläufig gefährlich. Das Internet bietet sehr gute und vertrauenswürdige Seiten, mit denen es sich näher zu beschäftigen lohnt und auf denen seriöse Geschäfte möglich sind. Aber, so wie im richtigen Leben auch, muss man darauf achten, was man macht, wem man Geld gibt oder wie und wann man einen Vertrag unterschreibt.
BEE SECURE, in Zusammenarbeit mit der Union Luxembourgeoise des Consommateurs, beantwortet hier ein paar Fragen in Bezug auf unlautere Geschäftspraktiken und Betrug im Netz, der sich gar nicht so sehr vom „herkömmlichen“ Betrug unterscheidet.
 
Wie gehen die Betrüger vor?
Betrüger nutzen alle Möglichkeiten mit ihren Opfern in Kontakt zu treten und die Aufmerksamkeit der Internetnutzer auf sich zu lenken: grelle Farben oder attraktive Bilder für die Werbebanner, aufdringliche Pop-Up Fenster, Websites oder Emails mit verlockenden Angeboten oder Zielgruppen-spezifischen Botschaften.
Ist die Aufmerksamkeit erst einmal geweckt, versuchen die Betrüger, das Interesse der potentiellen Opfer noch zu steigern. Sie geben sich als Anbieter von Diensten oder Gütern aus, für die ein besonderer Bedarf besteht oder die einfach nur die Neugier wecken oder sie geben eine Notsituation vor und nutzen die Gutmütigkeit der Leute aus.
Zu guter Letzt setzen die Betrüger auch auf den Masseneffekt: Je mehr Leute eine Nachricht erhalten, desto höher sind die Chancen, dass ein Internetuser auf den Betrug reinfällt.
 
Warum lässt man sich so einfach austricksen?
Die Unbefangenheit ist der erste Faktor, den die Betrüger ausnutzen. Die wichtigsten Bedingungen für die Vollendung eines Betrugs sind Naivität und mangelnder Kritiksinn des Opfers.
Die Betrüger setzen ihre Nachrichten gezielt ein: Bei Jugendlichen als Zielgruppe, wird der Schwindel zum Beispiel in Form von neuen Smileys, Spielen, Logos, Klingeltönen oder Handybildern auftreten. Bei älteren Zielgruppen werden andere Schwächen ausgenutzt wie Mitleid für eine Notlage oder die Aussicht auf einen möglichen Gewinn.
Die Betrüger nutzen grundsätzlich die Unachtsamkeit der Internetnutzer aus. Viele Nutzer lesen ganz einfach aus Bequemlichkeit oder mangelndem Interesse die Nutzungsbedingungen (AGB – Allgemeine Geschäftsbedingungen) nicht oder sie beschäftigen sich nicht mit den unterschiedlichen Optionen, die ausgewählt werden können.
Tatsächlich verpflichten sich Leute im Internet schneller als im realen Leben. So kommt es dazu, dass manche Internetuser voreilig klicken ohne zu wissen, dass sie sich damit verpflichten. Infolgedessen bekommen sie Rechnungen nach Hause geschickt für Dienste, die auf den ersten Blick kostenlos erschienen.
 
Was sagt das Gesetz ?
Jeder hat sowohl Rechte als auch Pflichten im Internet. Das Gesetz vom 14. August 2000 über den elektronischen Handel regelt alle Transaktionen und das Abschließen von Verträgen im Internet.
Aufgrund dieses Gesetzes sind Online-Diensteanbieter zur Angabe einer geographischen Adresse sowie Name und Kontaktdaten des betreffenden Anbieters auf der Website verpflichtet. Die Anbieter müssen ebenfalls mehrere technische Bearbeitungsschritte vor einem endgültigen Vertragsabschluss anbieten.
 
Vertragsabschluss per Mausklick?
 „Ist doch egal. Ich geb ja nicht die Nummer meiner Kreditkarte an. Ich klicke einfach mal, mal seh‘n was passiert ...“ sollte als total falscher Ansatz besser noch einmal überdacht werden!
Viele Menschen glauben, ein Geschäftsabschluss im Internet käme nur dann zustande, wenn sie ihre Kreditkarten-Daten angeben müssen. Dem ist nicht so. Allein die Angabe einer E-Mail-Adresse und das Akzeptieren der AGB kann schon zu einem Vertragsabschluss führen.
Anschließend werden die Opfer von der Firma selbst oder von einer spezialisierten Schuldner-Firma unter Druck gesetzt. In manchen Fälle wird den Opfern vorgeschlagen, eine Pauschalsumme zu zahlen um aus dem Vertrag herauszukommen, was leider viele Opfer all zu schnell tun, um möglichen juristischen Problemen aus dem Weg zu gehen.
 
Wie kann man sich vor Betrug schützen?
Es gibt nur wenige Ratschläge und dennoch sind sie wirkungsvoll: Wachsamkeit, Aufmerksamkeit und kritischer Sinn sind die Schlüsselwörter um den Fallen der Betrüger aus dem Weg zu gehen.
 
Als virtuelle Seite der realen Welt ist das Internet voller dubioser Dienste oder Betrügereien. Betrüger nutzen die Naivität der Internetnutzer aus, mit dem Ziel Geld zu machen. Schützen Sie sich und ihre Kinder durch die folgenden Verhaltensweisen:
  1. Kinder zum kritischen Denken anregen

    • Nicht alles, was im Internet steht, darf ernst genommen werden. Gerade junge Menschen sind jedoch verleitet, auf besondere Reize einzugehen. Helfen Sie ihren Kindern, kritisch den Angeboten im Internet gegenüberzustehen.
    • Sinn und Zweck eines Internet-Angebots hinterfragen:
      • Wer ist für diese Seite verantwortlich?
      • Welchen Zweck verfolgt die Seite?
      • Ist die dienstleistende Firma bekannt?
      • Was sind die Meinungen der anderen User zu dieser Seite/Firma?
      • Sollte ich nicht vielleicht lieber meine Eltern um Rat fragen bevor ich weiterfahre?
      • Ist dieser Dienst für mich wirklich nötig?

  2. Wie erkennt man eine vertrauenswürdige Internetseite?

    • Mehrere Hinweise deuten darauf hin, ob es sich um eine vertrauenswürdige Internetseite handelt oder nicht. Folgende Checkliste kann hier weiterhelfen:
      • Wo ist die betroffene Firma angemeldet?
      • Kann man die Adresse der Firma im Telefonbuch finden oder ist es evtl. eine Scheinfirma?
      • Gibt es eine Telefonnummer oder eine Email-Adresse falls ein Problem besteht?
      • Gibt es genaue Informationen zum Preis oder zu den Bedingungen des Vertrages?
      • Erfolgt der Zahlungsvorgang über eine gesicherte Verbindung (Kleines Schloss unten rechts auf der Statusleiste? [SCREENSHOT ?]

     

  3. Bringen Sie ihren Kindern bei aufmerksam zu sein

    • Kindern und Jugendlichen fällt der Umgang mit Computern und dem Internet leicht. Sie lassen sich gern dazu hinreißen einfach zu klicken, zu akzeptieren, Einladungen anzunehmen oder auf Fragen zu antworten ohne diese richtig gelesen zu haben. Dabei befinden sich gerade in den Geschäftsbedingungen und Optionsmöglichkeiten die größten Fallen. Erklären Sie Ihren Kindern die Vorgehensweise von Betrügern und erinnern Sie sie immer wieder daran, aufmerksam mit Webinhalten umzugehen.

  4. Opt-in und Opt-out

     

    • Manche Internetseiten bieten bei der Registrierung oder bei der Bestätigung eines Auftrags verschiedene mehr oder weniger nützliche Optionen zum auswählen an. Einige Optionen sind manchmal bereits ausgewählt oder eben nicht. Genau dies wird Opt-in und Opt-out genannt. Es gibt 4 verschiedene Typen. Bei Opt-in wird die Zustimmung des Users ausdrücklich gefragt:
      • Aktives Opt-in: Der User muss die Option selber auswählen (anklicken), um etwas zu akzeptieren.
      • Passives Opt-in: Die Option ist bereits ausgewählt. Der Nutzer muss die Option deaktivieren.
    • Bei Opt-out wird die Zustimmung des Users als gegeben vorausgesetzt:
      • Aktives Opt-out: Der User muss eine Option auswählen (anklicken), um gegen etwas zu stimmen.
      • Passives Opt-out: Nach der Anmeldung für einen Dienst oder dem Online-Kauf, ist der Nutzer automatisch in einer Verteilerliste. Es besteht also zunächst keine Wahl dafür oder dagegen. Erst nach Erhalt der ersten E-Mail oder SMS besteht die Möglichkeit, sich aus der Verteilerliste streichen zu lassen.

     

  5. Betrug oder unlautere Geschäftspraktiken im Internet

    • Wenn Sie denken, Sie sind Opfer eines richtigen oder versuchten Betrugs, haben Sie die Möglichkeit den Fall bei der Polizei und je nach Herkunft oder Empfänger bei folgenden Organisationen anzuzeigen:
      • Chambres et Fédérations professionnelles
      • Centre Européen des Consommateurs (CEC)
      • Luxemburgischen Verbraucherschutz (ULC)
      • Service des pratiques commerciales du Ministère des Classes Moyennes
    • Falls bei der Transaktion eine Kreditkarte benutzt wurde, sollten Sie diese sperren lassen. Falls es sich tatsächlich um einen Betrug handelt, kann die CETREL (nationaler Betreiber von Kreditkarten-Transaktionen) die Operation eventuell annulieren.
    • Der luxemburgische und der europäische Verbraucherschutz unterstützen Sie kompetent, falls Sie Opfer eines Betrugs oder unlauterer Geschäftspraktiken geworden sind. Zögern Sie nicht deren Website zu besuchen unter www.ulc.lu oder www.cecluxembourg.lu.
    • Und vor allem, geben sie Ihre Erfahrungen weiter und helfen Sie so, Online-Betrug zu verhindern.

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