Gegenrede

Unter Gegenrede verstehen wir den Versuch, aktiv gegen Hate Speech vorzugehen. Dies wird vor allem deswegen gemacht, um Mitlesenden zu zeigen, dass Hate Speech nicht toleriert wird. Außerdem zeigt es den Hatern, dass ihr Hass nicht unwidersprochen bleibt und macht Betroffenen klar, dass sie nicht alleine sind. Im Englischen ist der Begriff „Counter Speech“ geläufig. Gegenrede kann sowohl tatsächliches Dagegen-Reden im Sinne von Argumentieren sein, aber es gibt eine Reihe an Strategien, mit denen versucht werden kann, gegen Hate Speech vorzugehen. Wichtig ist, dass man bei der Gegenrede den Selbstschutz nicht vergisst und auf die eigene Sicherheit achtet. Besonders wichtig ist das bei Kindern und Jugendlichen, die bei Fragen und/oder Problemen ihre Eltern, ihre Lehrer_innen oder sonstige Vertrauenspersonen um Rat fragen sollten!

Gegenrede kann auf verschiedenen Ebenen ablaufen. Einerseits können die Betreiber_innen einer Seite auf Kommentare reagieren, Nutzer_innen auf ihr Fehlverhalten hinweisen und Kommentare löschen oder Nutzer_innen gegebenenfalls blockieren, andererseits können die Nutzer_innen eines sozialen Netzwerkes oder einer Community selbst aktiv werden.

Auf Seite der Nutzer_innen gibt es folgende Gegenstrategien:

  • Argumentationsstrategien: Mit verschiedenen Argumentionsmustern stellen sich Nutzer_innen dem Hass entgegen und versuchen ihn zu entkräften.
    • Nachfragen: Missverständnisse können durch Nachfragen oft schnell aufgedeckt werden
    • Benennen: Diskriminierungen werden als solche benannt und sich damit auch für Mitlesende erkennbar
    • Sich wehren: mit sachlichen Gegenargumenten wird versucht, die Argumentation des Gegenübers zu entemotionalisieren und harte Fakten zu liefern
    • Debunking: Verschwörungstheorien und Mythen werden durch sachliche, nachvollziehbare Fakten entkräftet
  • Extremismus erkennen: Es ist wichtig, Extremismus als solchen zu erkennen und benennen zu können.
  • Alternativen aufzeigen: Mit eigenen Seiten oder Gruppen gegen den Hass ankämpfen und zeigen, dass eine Debatte auch ganz anders geführt werden kann.