8.März: Internationaler Frauentag. Ein Blick auf Frauen in der Informatik.

ada-lovelace_famous scientists.org_.jpeg

Am 8. März wird überall auf der Welt der Frauentag gefeiert. Dieser Tag erinnert uns nicht nur daran, welche Schritte in der Gleichberechtigung der Geschlechter bisher errungen wurden, sondern auch an jene Aufgaben, die noch zu bewältigen sind.

 In der EU beträgt der Frauenanteil in Informatikstudiengängen im Durchschnitt etwa 17 Prozent, auch bei Firmengründungen im IT-Bereich liegt der Frauenanteil in Deutschland zum Beispiel bei nur 13 Prozent. Dies war jedoch nicht immer so: Seit den 1970er Jahren gab es in westlichen Ländern einen enormen Rückgang von Frauen in Informatikberufen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits wird Frauen oftmals abgesprochen, überhaupt ein Interesse an Computern haben zu können. Stereotype wie „Mädchen sind schlecht in Mathe“ führen dazu, dass diese erst gar kein Interesse zeigen. Andererseits ist das Berufsfeld sehr männerdominiert und die wenigen Frauen in der Informatik haben leider häufig mit Problemen wie sexueller Belästigung und mangelnder Anerkennung ihrer Arbeit zu kämpfen[PD1] , wie zum Beispiel die Gründerin der „Ada Initative“ berichtete.

 Dabei haben wir viele wichtige Meilensteine in der Informatik Frauen zu verdanken! Sogar die Erfinderin der Informatik war eine Frau: Ada Lovelace entwickelte 1842 den ersten Algorithmus und damit das erste Computerprogramm – für einen Computer, der damals nur auf dem Papier existierte. Sie erkannte als erstes, dass „Rechner“ nicht für mathematische Aufgaben, sondern für eine Vielzahl von Applikationen geeignet waren.  Die Mathematikerin, Informatikerin und spätere Admiralin Grace Hopper, die während des Zweiten Weltkrieges im Reservekorps der US-Navy diente, entwickelte den ersten Compiler. Durch ihre Arbeit sind moderne Programmiersprachen, die englische Begriffe und nicht nur mathematische Formeln benutzen, überhaupt erst möglich geworden. Anfangs glaubte niemand Hopper, dass dies möglich sei. Hopper fand auch den ersten „Bug“ - eine echte Motte hatte sich in einen Rechner verirrt. Die Bezeichnung „Bug“ für einen Computerfehler bestand schon davor, Hopper klebte das Insekt pflichtbewusst in Notizbuch und vermerkte daneben „First actual case of bug being found“.

 Eine weitere bahnbrechende Entwicklung beim Programmieren war die Erfindung von objektbasierten Programmiersprachen, die von Adele Goldberg in den 1970ern Jahren entwickelt wurden. Weitere Beispiele für die oft unsichtbare Arbeit, die Informatikerinnen leisteten, finden sich der NASA: Dorothy Vaughan arbeitete anfangs als „menschlicher Computer“, später als Informatikerin für das bemannte Raumfahrtprogramm der USA. Ihre Geschichte ist aktuell im Oskar-nominierten Film „Hidden Figures“ in den Kinos zu sehen. Einer anderen Informatikerin, Margaret Hamilton, verdanken wir die Mondlandung: Ihre Software erkannte einen Fehler der Astronauten und ermöglichte die Landung von Apollo 11, die ansonsten hätte abgebrochen werden müssen. Ihr Code war so gut und fehlerfrei, dass er für weitere Raumfahrtmissionen angepasst wurde.

 In Luxemburg gibt es einige Initiativen, die sich speziell an Frauen und Mädchen, die an Informatik interessiert sind, richtet. GeekGirlsCarrots organisieren Meet-Ups, Workshops usw., um Frauen in der IT zu vernetzen, in Luxemburg finden regelmäßig Meet-Ups statt. Die Rails Girls Luxembourg organisieren mehrmals im Jahr Workshops für die Programmiersprache Ruby on Rails und bieten so einen praktischen Einstieg in die Welt des Programmierens. Die Organisation WIDE, Women in Digital Empowerment vernetzt und hilft Frauen in digitalen Berufen. Im Rahmen der „Fête culturelle & féministe“ organisiert WIDE am 12. einen Workshop zur Wikipedia. Da nur 16 Prozent der Wikipediautoren weiblich sind, ist bei vielen Themen ein Ungleichgewicht zu entdecken, der Workshop soll das ändern. Das gesamte Programm rund um den 8. März ist auf fraendag.lu zu finden.

 Zudem gibt es die luxemburgische Hacker Community syn2cat, wo alle Menschen von klein bis groß herzlich willkommen sind, um sich über alle Themen und Praktiken rund um Programmieren, Hacken, IT und Internetkultur mit Gleichgesinnten auszutauschen. Alle interessierten Kinder und junge Menschen sind außerdem Im baseOne Makerspace von BEE CREATIVE im Forum Geessekneppchen herzlich willkommen, sich in angebotenen Workshops oder eigenständig in Robotik, Programmieren, Lasercutten, 3-D Druck, digitaler Musikproduktion und vielem mehr zu versuchen. Neugierig geworden? Dann einfach mal im Makerspace vorbeikommen oder hier Kontakt aufnehmen. Übrigens gibt es in ganz Luxemburg  Makerspaces, alle Informationen dazu gibt es HIER.

Quellen:

<