Expertise mal anders – Beim Youth Panel ist der Rat der Jugendlichen gefragt

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In allen europäischen Ländern finden sogenannte Youth Panels statt. Hierbei handelt es sich um Projekte, die der Sensibilisierung im Rahmen der Internetsicherheit dienen sollen. Wie der Name es schon sagt, handelt es sich bei den Experten nicht etwa um alte weise Männer und Frauen, sondern um Jugendliche. Als sogenannte Digital Natives gehören sie zu einer wichtigen Nutzergruppe. Wer sollte also besser erklären können in welchen Bereichen es noch weiterer Sensibilisierung bedarf, als sie selbst?

BEE SECURE hat im Rahmen des luxemburgischen Youth Panels unter anderem mit dem luxemburgischen Filmemacher Marc Lis zusammengearbeitet. Er fungiert als Beauftragter für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit im Jugendhaus Norden und hat daher eine große Anzahl an jugendlichen Experten um sich, mit denen er über Internetsicherheit diskutieren kann.

Dieses Jahr hat Marc Lis sich mit einer Gruppe von Jugendlichen aus dem Jugendhaus Norden über soziale Netzwerke und andere Medien unterhalten und sie gebeten, problematische Aspekte der Nutzung zu beleuchten. Er hat mit ihnen gemeinsam überlegt, wie man die mit den Medien einhergehende Problematik in bewegte Bilder, also ein Video, fassen könnte. Der Filmemacher stand den Jugendlichen lediglich mit Tipps zur Umsetzung ihrer Idee zur Seite. Gegrübelt, gefilmt und geschnitten haben die Experten, also die Jugendlichen. Das Resultat dieser Zusammenarbeit sind zwei Videos, welche die Titel „What are you listening to?“ und „Slide to unlock“ tragen.

 

What are you listening to? from Marc Lis on Vimeo.

 

 

Wie man sieht, handelt es sich bei ersterem um Kurzinterviews in Luxemburg Stadt, bei denen Passanten angeben sollten, welche Musik sie gerade hören. Als Inspiration diente dieses Video. Die Jugendlichen hatten in den vorangegangen Diskussionen thematisiert, dass Facebook-User eine hohe Zahl an Musikvideos pro Tag posten. Sie stellten sich die Frage, ob diese Menschen außerhalb des virtuellen Kontextes auch derart mitteilungsbedürftig wären in Bezug auf die Musik die sie hören. Bei ungefähr 30% der Befragten war eher das Gegenteil der Fall, viele gingen vorbei ohne überhaupt zu reagieren. Wie man dem Video entnehmen kann, wunderte sich ein Großteil der restlichen 70% darüber, auf ihre Musik angesprochen zu werden und wussten teilweise selbst nicht mit was sie ihre Ohren gerade füttern.

 

Slide to Unlock from Marc Lis on Vimeo.

 

 

Bei dem zweiten Video „slide to unlock“ sollte illustriert werden, inwiefern man sich selbst an Medien wie das eigene Mobiltelefon fesseln kann. Heute trägt ein Großteil der Mobiltelefonbesitzer ihre Daten immer bei sich. Im Handy sind ihre Kontakte, ihre Termine, Familienfotos, E-mails usw. abgespeichert. Das eigene Leben scheint in die Hosentasche zu passen. Die Jugendlichen des Jugendhauses Norden sehen es jedoch als problematisch an, dass dadurch eine Fixierung auf das eigene Telefon erfolgen kann. Man riskiert sich derart stark und vor allem unaufhörlich auf den Bildschirm zu konzentrieren, dass man es versäume überhaupt noch „normal“ zu kommunizieren. Dementsprechend mache man sich zum Gefangenen im eigenen Kerker.