Neue Nutzungsbedinungen bei WhatsApp: Bekommt Facebook jetzt meine Telefonnummer?

newsthum_fb_whatsapp.jpg

WhatsApp ist im Moment DER Messenger-Dienst. Mit über einer Milliarde Nutzer gibt es keinen Messenger, den mehr Menschen benutzen. Durch die vor einigen Monaten eingeführte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist WhatsApp auch bei Skeptikern wieder beliebter geworden, da nun sicher ist, dass die Nachrichten nicht von Geheimdiensten oder sonstigen neugierigen Dritten abgefangen werden können. Als Facebook im Herbst 2014 für 22 Milliarden Dollar den Messengerdienst kaufte, fragten sich viele, wann das soziale Netzwerk wohl anfangen würde, WhatsApp-Daten in die eigenen Dienste zu integrieren. Facebook-Gründer Zuckerberg versprach damals noch, für die Nutzer würde sich nichts ändern.

Jetzt aber wird der erste Schritt vollzogen. WhatsApp hat nun neue Nutzungsbedinungen, denen die Nutzer zustimmen müssen, um den Dienst nach dem 25. September noch nutzen zu können. Damit erhält WhatsApp das Recht, Nutzerdaten, darunter prominent die Telefonnummer, an Facebook weiter zu geben. Daneben werden auch Nutzungsdaten, zum Beispiel der Zeitpunkt der letzten Aktivität, weitergegeben. Nachrichten werden allerdings nicht an Facebook weitergegeben, ebenso wenig wie Profilnamen, Fotos und Statusmeldungen. Eine Verschmelzung von WhatsApp und Facebook-Messenger scheint also – noch – in weiter Ferne.

Facebook gibt an, dass die Informationen, die es von WhatsApp erhält, zur Bereitstellung von besserer und gezielterer Werbung auf Facebook dient. Es ist zwar möglich, die Nutzung der eigenen Daten für personalisierte Werbung in der App abzuschalten, der Datenaustausch zwischen WhatsApp und Facebook findet jedoch trotzdem statt. Facebook will mit den Daten auch versuchen, Spam zu bekämpfen und die eigenen Dienst zu verbessern.

Auch bei WhatsApp soll es einige Änderungen geben. Firmen soll es ermöglicht werden, direkt über WhatsApp mit ihren Kunden in Kontakt zu treten. Eine Fluggesellschaft könnte Reisende dann automatisch per WhatsApp über Verspätungen informieren. Auch hier stellt sich die Frage, ob diese Dienste irgendwann mit Facebook verbunden werden sollen.

Wer seine Telefonnummer nicht mit Facebook teilen will und eine Alternative sucht, die ebenfalls verschlüsselte Nachrichten anbietet, kann auf den Open Source-Messenger „Signal“ [https://whispersystems.org/] zurückgreifen. Andere Alternativen heißen Threema [https://threema.ch], telegram [https://telegram.me] oder Wire [https://wire.com/]. Die schwierige Aufgabe besteht dann darin, die eigenen Kontakte zum Umsteigen zu überzeugen. Bis zum 25. September bleibt Zeit.

Quellen: