Pokémon Go: Gefährliche Monsterjagd?

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Seit 20 Jahren ist es möglich, in Videospielen putzige Monster zu fangen und sie gegeneinander kämpfen zu lassen: das Pokémon-Franchise des japanischen Spieleherstellers Nintendo begeistert seit zwei Jahrzehnten Kinder, Jugendliche und auch immer mehr Erwachsene. Und so wie einst die Gameboy-Versionen, das Sammelkartenspiel und die Zeichentrickserie die Schulhöfe eroberten, so gibt es seit einigen Tagen scheinbar nur noch ein einziges Thema: die Pokémon haben mit „Pokémon Go“ nun den Sprung in die Smartphone-Welt geschafft.

Das Spiel basiert auf dem Prinzip der „augmented reality“, also der „erweiterten Realität“. Um das Spiel spielen zu können, muss der Pokémontrainer in spe sein Haus verlassen. Auf einer Google-Maps-ähnlichen Karte werden neben den Straßenzügen sogenannte „Pokéstops“ und Arenen an besonderen Orten wie Statuen, Details an Häuserwänden, besonderen Bauwerken eingeblendet. Die Daten stammen aus dem Spiel „Ingress“, das von der gleichen Firma entwickelt wurde und seine User dazu aufforderte, diese Orte einzusenden. An den Pokéstops können Gegenstände eingesammelt werden, in den Arenen ist es möglich, gegen andere Pokémon zu kämpfen.

Erscheint beim Gehen ein Pokémon am Display, wechselt das Spiel durch Antippen in den Fang-Modus. Hier sehen die Spieler nun ein Bild der echten Welt durch ihre Handykamera, in die das virtuelle Monster eingeblendet wird – mit Hilfe einer Wischgeste lässt sich das Pokémon in einem der bekannten rot-weißen Bälle fangen. Für viele, die mit der Pokémon-Franchise aufgewachsen sind, wird mit dem Spiel ein Traum wahr. Da das Spiel bisher auf die bekannten 150 Pokémon der „ersten Generation“ setzt, scheint man bei Nintendo auch auf die Nostalgie jener jungen Erwachsenen, die Pikachu und Co noch aus Kindstagen kennen, zu bauen.

Allerdings gibt es einige Gefahren, auf die man achten sollte, wenn man auf virtuelle Monsterjagd geht! Vor der offensichtlichen wird gleich am Startbildschirm der App gewarnt: Pokémon Go verleitet dazu, beim Gehen ständig auf das Handydisplay zu schauen. Besser ist es, kurz stehen zu bleiben, gezielt auf das Display zu schauen und vor allem nicht zu versuchen, beim Überqueren einer Straße ein Pokémon zu fangen!

In den Medien kursieren bereits Berichte von Fällen, in denen Menschen mit Hilfe von Pokémon Go überfallen wurden. Auch hier gilt: Egal, wie verlockend eine Spielsituation aussieht, man sollte stets einen klaren Kopf bewahren und sich nicht in reale Gefahren begeben.

Unter iOS hatte die App einen Bug, die dazu führte, dass die Nutzer sämtliche Daten ihres Google-Accounts mit der Entwicklerfirma Niantic teilten. Dies soll laut dem Hersteller mittlerweile behoben worden sein. Sicherer ist es auf jeden Fall, sich über einen Account im „Pokéclub“ anzumelden, als den Login per Google-Account zu nutzen.

Da die App bisher noch nicht in allen Google Play Stores weltweit verfügbar ist, haben viele Spieler auf Installationsdateien von Drittanbietern zurückgegriffen. Auf Seiten wie apkmirror.com sollte dies kein Problem darstellen, da die Dateien getestet und von anderen Usern bewertet werden können. Da allerdings schon mit Trojanern verseuchte Versionen des Spieles unterwegs waren, empfiehlt es sich, noch ein paar Tage zu warten, bis das Spiel – garantiert ohne Malware – im offiziellen Play Store verfügbar ist.

Weiter gilt zu bedenken, dass durch die Nutzung von Geodaten sehr viel über das persönliche Leben, wie z.B. tägliche Wege, verraten wird. Der Spieler muss selbst entscheiden, ob das Spiel unbedingt an jedem Ort genutzt werden muss oder ob Datensparsamkeit in manchen Situationen nicht vor Spielfreude geht.

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