Schulanfang mit smartem Begleiter? Tipps für Eltern zur "Kindersicherung"

Bald ist wieder Schulanfang – viele Kinder werden das Schuljahr vielleicht mit einem neuen, smarten Gerät wie Smartphone oder Tablet beginnen. BEE SECURE erklärt, wie Sie den „smarten“ Begleiter kindersicher machen.

 

Mitte September ist es so weit: Für rund 32.500 Schüler beginnt die Grundschule wieder. Unter ihnen vermutlich nicht wenige, die ein Smartphone oder Tablet ihr Eigen nennen. Etwa ein Drittel der Kinder zwischen Acht und Zehn besitzen ein eigenes Smartphone, wie Erhebungen aus Deutschland, UK, den USA und Japan zeigen. Manche bekommen von Eltern oder Verwandten ein Gerät geschenkt, um den Schulanfang zu versüßen. Wichtig ist es, sowohl das Gerät als auch das Kind aufeinander vorzubereiten!

 

Das Gerät vorbereiten

Wenn das Gerät neu gekauft wird, sollte gleich eine entsprechende gummierte Schutzhülle mitgekauft werden, die das Handy schützt, falls es mal fallengelassen wird. Außerdem sollten Eltern das Smartphone so einstellen, dass es kindgerecht ist, also z.B. bestimmte Inhalte nicht angezeigt werden und es nicht möglich ist, kritische Einstellungen zu ändern oder Einkäufe zu tätigen.

Am iPhone ist dies vergleichsweise einfach: iOS bietet entsprechende Einstellungen, die auch je nach Altersstufe variiert werden können. Android bietet die Möglichkeit eines „eingeschränkten Profils“ meist nur auf Tablets an, wobei auch manche Smartphones die Funktion unterstützen. Im Play-Store lässt sich jedoch immer der Jugendschutz aktivieren.

 

Auch wenn Android ohne eigene Jugendschutz-Einstellung ausgeliefert wird, so gibt es dennoch eine Vielzahl von Apps, mit denen ein Android-Smartphone „kindersicher“ gemacht werden kann. Unter diesem Link finden Sie einen Test von 12 Apps, die alle recht gut abgeschnitten haben. Einen Favoriten gibt es nicht: Eltern sollten sich überlegen, welche Funktionen (z.B. Fernüberwachung oder Sperrzeiten) sie brauchen und die App dementsprechend auswählen. Das Deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat eine Checkliste für kindersichere Smartphones und Tablets erstellt.

 

Wenn ihr Kind ein altes Smartphone „erben“ soll, denken Sie daran, zuvor sämtliche Daten zu löschen und das Gerät auf Werkeinstellungen zurückzusetzen. Google hat dazu eine Anleitung für Android, Apple eine für das iPhone. Egal ob neues oder gebrauchtes Smartphone: Updates sollten auf jeden Fall aktiviert sein und regelmäßig durchgeführt werden!

 

Das Kind vorbereiten

Wann ist ein Kind bereit für ein Smartphone? Dafür gibt es keine allgemeingültige Antwort – jedes Kind ist verschieden. Für Smartphone und Internet gilt wie für jede andere Situation des täglichen Lebens auch: Genauso wie das richtige Verhalten im Straßenverkehr mit den Eltern geübt wird, bevor das Kind alleine zur Schule gehen kann, sollte auch der richtige Umgang mit Smartphone und Netz gemeinsam erprobt werden.

 

Anfangs sollten Eltern sich also Zeit nehmen, dem Kind das Gerät zu erklären – und auch, wieso bestimmte Einstellungen vorgenommen wurden.

  • Reden Sie mit ihrem Kind darüber, welche Chancen und Risiken ein Smartphone birgt und wieso Sie die Nutzungszeit eventuell eingeschränkt haben
  • Klären Sie ihr Kind auf, welche Gefahren es im Netz gibt – die reichen von Viren, Trojanern über Falschinformationen bis hin zu Grooming.
  • Sprechen Sie mit ihrem Kind über Verhaltensregeln im Netz: Niemals den ganzen Namen, die Adresse oder Telefonnummer bekanntgeben und sich gut überlegen, welche Fotos man ins Netz stellt.
  • Wenn Sie Regeln wie z.B. „kein Smartphone am Esstisch“ ausmachen, halten Sie sich selbst daran – auch für das digitale Leben ist es wichtig, dass Eltern gute Vorbilder sind!
  • Reden Sie regelmäßig mit ihrem Kind über die Internetnutzung und ermutigen Sie es, ihnen sowohl merkwürdige als auch tolle Inhalte zu zeigen. So legen Sie die Basis für eine solide Medienerziehung.
  • Scheuen Sie sich nicht, Spiele und Apps, die ihre Kinder begeistern, selbst auszuprobieren! Das hilft ungemein, die Mediennutzung ihrer Kinder besser zu verstehen.

Lesen Sie hierzu auch unseren Ratgeber "Kuck mat wat deng Kanner maachen", mit ausführlichen Tipps und Empfehlungen, wie Sie ihr Kind im Internet begleiten können.

Wenn Sie weitere Informationen zum Thema Jugendschutz im Internet brauchen, finden Sie auch in unserer entsprechenden Rubrik wertvolle Tipps. Lesen Sie zum Beispiel auch unsere Hinweise zu beliebten Smartphone-Spielen wie Clash of Clans, Pokémon GO oder Karpador Jump.

Generell lohnt es sich, regelmäßig einen Blick auf unsere News für Eltern und Betreuer zu werden, um über  aktuelle Phänomene auf dem Laufenden zu bleiben.

Zusätzlich bietet BEE SECURE spezielle Schulungen für Eltern an.

Bei Fragen können Sie sich auch jederzeit gerne an die die BEE SECURE Helpline wenden.

 

 

Quellen:

Apple: Kindersicherung auf dem iPhone, iPad oder iPod touch verwenden

Eingeschränkte Profile auf Android

AV-Test: 12 Android-Apps für mehr Kinderschutz auf dem Smartphone

Schau Hin: Jugendschutz im Play-Store

BSI: Checkliste für kindersichere Smartphones und Tablets

Google: Android auf Werkeinstellungen zurücksetzen

Apple: iPhone auf Werkeinstellungen zurücksetzen

BSI: Smarte Geräte in die Schultüte - aber sicher!
Statec