Sport-Tracker: „Big Brother“ am Armgelenk?

compo-copy-3.jpg

Geräte, mit denen sportliche Leistungen oder auch der persönliche Gesundheitszustand aufgezeichnet werden können, erfreuen sich seit einigen Jahren an steigender Beliebtheit. Meist sind es Armbänder wie das bekannte „Fitbit“, die jeden Schritt und jeden Herzschlag aufzeichnen.

Die Geräte arbeiten eng mit entsprechenden Apps zusammen, die die aufgezeichneten Daten mit Informationen über unser Alter, Gewicht, Geschlecht, Körpergröße, usw. verknüpfen und daraus detaillierte Trainingspläne oder Gesundheitsinformationen zusammenstellen. Meistens helfen diese Apps auch durch dezente Hinweise, uns zu mehr Sport zu animieren. Außerdem ist es möglich, Daten mit Freunden auszutauschen oder sportliche Erfolgen in sozialen Netzwerken zu posten.

Wie sicher sind solche Tracking-Armbänder?

Im Normalfall müssen die gesammelten Daten an ein Smartphone oder einen Computer weitergegeben werden. Dies passiert oft via Bluetooth, was eine empfindliche Schwachstelle darstellt. In Tests haben Symantec und AV-TEST festgestellt, dass die Fitbit-Armbänder sich mit jedem Smartphone verbinden und Daten hergeben, ganz ohne die Eingabe eines PINs oder eines Passworts. Der Transfer in die Cloud verläuft allerdings nach gängigen Sicherheitsstandards.

Sind die Fitness-Daten erst einmal in der Cloud, sind wir den Sicherheitsbestrebungen der Anbieter ausgeliefert, die schweigen meist über die Maßnahmen, die sie zum Schutz der persönlichen Daten treffen. Wie überall im Netz gilt es für den Fitness-Tracking-Account besonders, ein sicheres Passwort zu wählen und es regelmäßig zu ändern. Zu bedenken ist außerdem, dass Firmen wie Fitbit die gesammelten Daten weiterverwenden und sie zum Beispiel anonymisiert weiterverkaufen. Ob die Anonymisierung ausreicht, um nicht etwa doch Rückschlüsse auf eine bestimmte Person ziehen zu können, ist unsicher. Wer eine Daten mit Apps wie Apple-Health oder S-Health synchronisiert, sollte sich im Klaren sein, dass hierdurch mit den anderen Daten, die wir am eigenen Smartphone haben, ein sehr komplettes Persönlichkeitsprofil entsteht.

Die deutsche Krankenversicherung AOK Nordost hat schon eine Plattform eingerichtet, die Nutzer von Fitness-Armbändern dazu motivieren soll, mehr Sport zu treiben und auf ihre Gesundheit zu achten. Noch geht es nur um Motivation, der Schritt zu einem Bonus-Malus-System wirkt aber nicht mehr allzu fern.

Sport und Fitness sind ein wichtiger Teil unseres Lebens. Wer sich mit einem Tracking-Armband motivieren will, sollte sich zwei Dinge bewusst machen: Für Laien sind die gesammelten Daten oft schwer zu interpretieren. Im Zweifelsfall sollten Experten wie Ärzte oder Diätberater zu Rate gezogen werden. Außerdem ist beim Kauf des Gerätes darauf zu achten, eins zu wählen, das keine bekannten Sicherheitslücken aufweist.

Dossier zum Thema

Weiterführende Links: