Vorsicht mit Snapchats „Snap Map“!

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Vorsicht mit Snapchats „Snap Map“!

 

Das soziale Netzwerk Snapchat, das vor allem zum Verschicken von Videos und Fotos benutzt wird, hat eine neue Funktion vorgestellt: die „Snap Map“. Auf einer Karte wird Nutzern, die sich gegenseitig folgen, die aktuelle Position der anderen angezeigt.

 

Die Snap Map soll den Nutzern des Dienstes ermöglichen, zu sehen, wo sich ihre Freunde aktuell aufhalten und was sie dort gerade machen. Die Karte erinnert ein wenig an Google Maps, ist aber von dem Start-Up „Zenly“ entwickelt worden, welchen von Snapchat erst vor wenigen Wochen einverleibt wurde. Die neue Funktion ist „opt-in“, also muss der Nutzer sie erst aktivieren. Ist das einmal getan, wird die Funktion vermutlich so schnell nicht wieder abgeschaltet und bleibt daher aktiv. Was Snapchat im Tutorial, das die Snap Map vorstellen soll, nämlich nicht verrät: Jedes Mal, wenn die Snapchat-App geöffnet wird, wird der Standort des Nutzers auf der Karte automatisch aktualisiert, auch wenn die Snap Map-Funktion nicht aktiv aufgerufen wird. Tests von verschiedenen Reportern haben ergeben, dass die Lokalisierung erstaunlich genau ist: Es wäre vermutlich sogar möglich, die genaue Wohnadresse einer Person herauszufinden.

 

Snapchat wird vor allem von jungen Menschen benutzt, daher ist dieser Eingriff in die Privatsphäre besonders problematisch, gerade im Hinblick auf Stalking oder Mobbing. Allerdings sehen sich auf der Snap Map nur Nutzer, die sich gegenseitig folgen.

 

BEE SECURE rät:

 

BEE SECURE empfiehlt im Umgang mit der neuen Funktion folgendes:

  • Wer seinen Standort nicht preisgeben will, kann den Ghost Mode („Geistermodus“) aktivieren – dann kann niemand den eigenen Standort auf der Snap Map sehen
  • Wer die Snap Map benutzen will, sollte sich davor die Liste der eigenen Follower ansehen und Unbekannte oder Personen, denen man nicht vertraut, "entfolgen" (damit sie den Standort nicht sehen können)
  • Auch wenn Snaps nach einiger Zeit vermeintlich wieder "verschwinden": Es gibt genügend Möglichkeiten, die Screenshot-Sperre der App zu umgehen. Es ist daher besser, sich vor einem Snap zu überlegen, ob das Foto wirklich verschickt werden soll. Zudem werden die Snaps auf den Servern von Snapchat gespeichert. Allen Nutzern sei grundsätzlich angeraten, sich diesbezüglich die Allgemeinen Geschäftsbedinungen von Snapchat einmal genauer anzuschauen.

 

Wenn diese Tipps beherzigt werden, steht dem Herumexperimentieren mit den neuesten Filtern und dem eifrigen Versenden von Snaps an Freunde (ob mit oder ohne Snap Map) nichts mehr im Wege!

 

 

Quellen:

heise.de

 Bild: Snapchat