Welche Alternativen gibt es zu Google, der Suchmaschine Nummer 1?

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Im Vorfeld der Einführung der neuen europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und im Rahmen unserer Kampagne „BIG DATA: Wer macht was mit meinen Daten?“, möchten wir Ihnen eine (nicht vollständige) Liste mit Alternativen zum Suchmaschinen-Giganten Google anbieten.

Fest steht, dass die Anhäufung unserer Daten in den Händen von Google heutzutage durchaus manche Menschen beunruhigen kann. Das gilt insbesondere in einem Kontext, in dem noch vor Kurzem von einem „Leak persönlicher Daten“ im Zusammenhang mit der Facebook-Cambridge Analytica Affäre die Rede war. Aber, es gibt Alternativen.

Google, die unangefochtene Nummer 1 weltweit und in Luxemburg

Seit mindestens einem Jahrzehnt verfügt Google über das Monopol der Internetsuchanfragen. Der Konzern besitzt zurzeit 90,61% der weltweiten Marktanteile und 94,15% der Marktanteile in Luxemburg (für Computer, Tablets und Smartphones zusammen). Die übrigen knapp 6% Prozent auf nationaler Ebene teilen sich fünf andere Suchmaschinen: Bing, Yahoo!, DuckDuckGo, Yandex und Qwant. Die einzigen beiden Länder, in denen Google nicht Platz 1 belegt, sind Russland (dort wird mit 53,2% der Marktanteile vorwiegend Yandex genutzt) und China (Baidu mit 77,53% der Marktanteile). Diese Zahlen sagen viel über die potenzielle Macht von Google in Bezug auf persönliche Daten aus.

BEE SECURE hat deshalb einige Alternativen für Sie herausgesucht, die ein zufriedenstellenderes Ergebnis beim Datenschutz erzielen. Probieren Sie es aus! ;-)

Diese 4 Google-Alternativen gehen respektvoll mit Ihren Daten um

StartPage - die Suchmaschine, die Ihre Daten schützt

Schon die Baseline dieser Suchmaschine sagt viel aus: „Die diskreteste Suchmaschine der Welt“. Startpage präsentiert sich als ferventer Schützer Ihrer Daten beim Surfen im Netz. Die angewandte Technologie beruht zwar auf dem Teilen von Google-Resultaten, doch Ihre Daten werden nicht weitergegeben, da die Suchmaschine, laut eigener Beschreibung, als Schutzschild zwischen Ihnen und dem Internetriesen agiert. STARTPAGE erklärt das so: „Wenn Sie einen Suchbegriff eingeben, senden wir diesen Begriff an Google, nicht Sie. Google sieht nur, dass Startpage eine Suchanfrage stellt und liefert uns die Ergebnisse.“ Die Suchmaschine enfernt also die Cookies aus den gefundenen Treffern und liefert Ihnen dann das Ergebnis; sie speichert dabei jedoch keine Daten über den Nutzer (nicht einmal die IP-Adresse) und gibt natürlich auch keine Informationen an Google weiter. Außerdem gibt StartPage an, Resultate ohne Filterblasen anzubieten (in anderen Worten, keine Resultate anzubieten, die auf Ihren persönlichen Daten basieren). Somit ist diese Suchmaschine eine exzellente Alternative für mehr Datenschutz und offenere und vielfältigere Recherchen.

Qwant - die Suchmaschine, die Ihre persönlichen Daten nicht benutzt

Die zweite Suchmaschine, die BEE SECURE Ihnen vorschlagen möchte, ist Qwant aus Frankreich. Seit 2013 auf dem Markt, funktioniert Qwant tatsächlich ohne Cookies und ohne Werbetracking und speichert auch Ihre Such-Chronik nicht. Zum Anzeigen von Suchergebnissen, kombiniert sie eigene Daten mit den Resultaten von Bing.

So macht diese Suchmaschine den Schutz Ihrer Daten zur Priorität. In den rechtlichen Hinweisen auf der Seite Qwant.com steht: „Wir werden niemals versuchen in Erfahrung zu bringen, wer Sie sind oder was Sie persönlich tun, wenn Sie unsere Suchmaschine nutzen.“

Das bedeutet allerdings nicht, dass Qwant Ihre persönlichen Daten gar nicht verarbeitet. Wenn Sie sich zum Beispiel auf der Seite einschreiben oder Inhalte produzieren, können durchaus manche Ihrer persönlichen Daten erfragt und dementsprechend auch verarbeitet werden. Nichtsdestotrotz schränkt Qwant auch hier die Nutzung ein, wie man in der Datenschutzrichtlinie lesen kann: „Persönliche Daten, die Sie hinterlegen, werden von Qwant niemals gegenüber Dritten offen gelegt oder an diese verkauft […] Ihre Daten werden auf Servern gespeichert, die uns gehören; sie werden nie an externe technische Partner weitergeleitet.“ Die Suchmaschine speichert also wirklich nur die Daten ab, die explizit vom Benutzer für den Suchdienst eingereicht wurden. Die Suchmaschine bietet auch eine kinderfreundliche Version an, Qwant Junior. Diese Suchmaschine stellt also eine gute Alternative zu Google dar.

DuckDuckGo - die Suchmaschine, die Sie nicht überwacht

Die dritte Suchmaschine kommt aus Amerika; ihr Angebot ist dem von Qwant sehr ähnlich, verbindet es jedoch mit der Besonderheit von StartPage und bietet Resultate ohne Filterblase an. DuckDuckGo, seit 2008 auf dem Markt, hat das Privatleben seiner Nutzer zu seinem Steckenpferd gemacht und gibt an, seine Nutzer nie auszuspionieren. Zum Anzeigen von Suchergebnissen, kombiniert sie eigene Daten von spezifischen Seiten (wie etwa Wikipedia) mit Suchresultaten von Bing, Yahoo und Yandex.

In der Datenschutzerklärung steht sogar: „Wir sammeln Ihre persönlichen Informationen nicht. Wir speichern Ihre persönlichen Daten nicht. Niemals“. DuckDuckGo sammelt also Ihre persönlichen Daten nicht, weil die Suchmaschine weder User agent noch IP-Adresse speichert. Sie speichert aber dennoch die Suchanfragen ihrer Nutzer, allerdings nur in einer Zusammenfassung, was bedeutet, dass die Anfragen anonymisiert werden. Die Betreiber erklären das folgendermaßen: „das bedeutet, dass keine Informationen geteilt werden [...] und dass die einzigen in diesem Prozess erhobenen Daten Produktinformationen sind, die nicht mit einem einzelnen Nutzer in Verbindung gebracht werden können.“ Einzige Einkommensquelle von DuckDuckGo sind die hervorgehobenen Anzeigenlinks bei der Schlagwortsuche.

Die Suchmaschine geht sogar noch weiter und gibt Tipps wie man sich gegen Tracking im Netz wappnen kann. Der Leitsatz der Suchmaschine ist „Sie haben ein Recht auf Ihr Privatleben. Manche Unternehmen verdienen Geld mit Ihren privaten Online-Informationen ohne Ihr Einverständnis. […] das Internet sollte nicht so furchteinflößend sein, und vertraulich zu surfen sollte so einfach sein wie die Rollläden herunterzulassen.“: eine Suchmaschine also, die Wert auf Transparenz gegenüber ihren Nutzern legt und somit auch eine wunderbare Alternative zu Google ist. 

Ecosia - die Öko-Suchmaschine, die die Nutzung Ihrer Daten einschränkt

Das deutsche Unternehmen Ecosia setzt sich für die Vertraulichkeit von Nutzerdaten ein: „wir verkaufen deine Daten nicht an Werbeträger […] verwenden keine Tracker von Drittanbietern“, aber es erhebt diese Daten trotzdem „wir erheben Daten über das Verhalten der Nutzer von Ecosia-Produkten“ und gibt einige davon (zum Beispiel die IP-Adresse des Nutzers, seine Region, seine Sprache, usw.) weiter an Bing, die Firma mit der Ecosia für die Suchresultate zusammenarbeitet. Dies bedeutet also, dass die Suchmaschine ihre Daten standardmäßig sammelt und analysiert. Sicherlich lässt sich diese Einstellung aber deaktivieren.

Diese vierte Suchmaschine ist vor allem ein Tool, das es Ihnen erlaubt ein Zeichen für den Umweltschutz zu setzen, während Sie im Netz nach Informationen suchen. Tatsächlich reichen 45 Suchanfragen um in der realen Welt einen Baum zu pflanzen. Dank der Werbeeinnahmen durch die Suchanfragen, kann Ecosia dieses Projekt in den Regionen der Welt, wo das nötig ist, umsetzen. Mehr als 27 Millionen Bäume wurden bereits gepflanzt! Ecosia ist also eine gute Alternative, wenn man Philanthropie zum Bestandteil seiner Internetnutzung machen möchte und die Nutzung seiner persönlichen Daten eingeschränkt (wenn auch nicht gestoppt) wissen möchte.

Zusätzlich zum Gebrauch dieser alternativen Suchmaschinen können Sie auf Ihrem Browser (Firefox, Chrome, Safari, Internet  Explorer...) Plugins installieren, die Ihnen noch zusätzlichen Schutz für Ihr Privatleben bieten. Hier finden Sie eine Liste solcher Plugins: Digitale Selbstverteidigung.

 

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Fotos: pixabay.com | Quellen : webrankinfo.com, leblogdumoderateur.com, lepoint.fr, presse-citron.net, statcounter.com, qwant.com, startpage.com, ecosia.org, duckduckgo.com