Sexting

Was ist Sexting?

Der Begriff „Sexting" setzt sich aus den Wörtern „Sex“ und „Texting“ zusammen. Er beschreibt das Austauschen intimer Nachrichten, bzw. Fotos über Mobiltelefone und soziale Netzwerke. Die größte Gefahr beim Sexting: Nacktaufnahmen, die als privater Vertrauensbeweis gedacht waren und plötzlich öffentlich im Netz zirkulieren!

Wie kommt es dazu?

Sexting ist ein Phänomen, das vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen verbreitet ist. Meistens entstehen die intimen Fotos im Rahmen einer Liebesbeziehung. Die Beweggründe, sich nackt zu fotografieren und das Bild dann weiter zu schicken, sind vielfältig.

Kursiert eine Nacktaufnahme von dir im Netz, ist das noch nicht das Ende der Welt. Es bedarf nur einiger Überlegungen, wie du die Auswirkungen minimisieren kannst.

Die Gründe

Einen „Liebes-“ oder „Vertrauensbeweis“ liefern

Sich gegenseitig Nacktfotos zu schicken, gilt als Vertrauensbeweis. Viele junge Paare machen es unaufgefordert und freiwillig. Sie denken nicht über mögliche Konsequenzen nach.

Freundschaften und Beziehungen können in die Brüche gehen. Überlege, was dann mit deinen privaten Bildern passieren könnte…

Stolz und selbstbewusst rüberkommen:

Die neuen Medien überhäufen uns mit Bildern von Sex, nackter Haut und attraktiven Körpern. Sexuell verklemmt möchte niemand sein. Seinen eigenen Körper selbstbewusst zur Schau stellen, bringt jedoch leider nicht immer die erhoffte Anerkennung.

Sei selbstbewusst, indem du deinen Prinzipien treu bleibst. Sag nein zu Sexting.

Vom Partner dazu gedrängt

Vor allem bei jungen Mädchen kommt es vor, dass sie von ihrem Freund dazu gedrängt werden, Nacktfotos zu machen, oder sich freizügig filmen zu lassen. Überzeugungsarbeit leisten dabei Floskeln wie: „Das machen doch alle!“ oder „Wenn du das nicht tun willst, liebst du mich wohl nicht“.

Wer dich unter Druck setzt, etwas zu tun, was du nicht möchtest, ist nicht wirklich dein Freund. Eine Beziehung funktioniert über reale Körperlichkeit. Wer braucht dazu schon Nacktfotos?

Aus Versehen

Es kann vorkommen, dass Bilder und Videos versehentlich in Umlauf geraten, weil man sie schon auf seinem Handy hat und einen falschen Knopf drückt. Oft passieren diese „Missgeschicke“ in Situationen, wo die Sinne etwas vernebelt sind, z.B. nach Alkohol- oder Drogenkonsum.

Am besten, du speicherst keine Bilder oder Filme, die dir zum Verhängnis werden könnten.

Rache oder ein übler Scherz

Leider kommt es immer wieder vor, dass Ex-Partner oder ehemals beste Freunde ein Nacktbild des anderen in Umlauf bringen, um ihm/ihr bewusst weh zu tun.

Was für den einen nur kurze Schadenfreude oder Rache bedeutet, ist für den anderen eine traumatische Erfahrung, die ihn/sie im schlimmsten Fall ein Leben lang begleitet.

Die Gefahren

Dass zwei Menschen in einer festen Beziehung Nacktfotos mit dem Partner teilen, ist an sich nichts Neues. Was sich aber im digitalen Zeitalter geändert hat, ist die Schnelligkeit, mit der solche Bilder nicht nur geteilt, sondern auch auf verschiedensten Plattformen veröffentlich, kopiert und einer Unmenge von Menschen auf der ganzen Welt zugänglich gemacht werden können. Sogar ein Foto, das kurz nach dem Upload wieder gelöscht wird, kann in Zwischenzeit hundertfach kopiert und auch auf anderen Webseiten veröffentlicht worden sein.
Ist ein Bild erst mal im Netz, hat man keine Kontrolle mehr darüber….
Wenn dich jemand dazu drängt, dich im Netz zu entblößen, erstatte Anzeige bei der Polizei. Damit schützt du nicht nur dich selbst, sondern auch viele weitere potenzielle Opfer.

  • Erpressung: Nacktbilder können zur Erpressung missbraucht werden: „Wenn du nicht tust, was ich sage, werde ich deine Bilder weiterschicken/veröffentlichen!“
  • Image-Schaden: Oft tauchen Bilder, die „privat“ geteilt wurden, auf einschlägigen (pornografischen) Webseiten auf. Auch wenn dies nicht der Fall ist, sobald ein intimes Bild öffentlich wird, leidet der Ruf.
  • Cybermobbing: Einmal im Netz, bleibt ein intimes Bild selten unbemerkt. Wer kleiderlos und schutzlos im Netz zu sehen ist, muss mit Reaktionen rechnen – und diese sind nicht immer nett.
  • Traumata: Nacktbilder, die veröffentlicht wurden, können die Opfer ihr ganzes Leben lang verfolgen und tiefe Spuren in ihrer Psyche hinterlassen.

 Was tun, wenn es passiert ist?

Du darfst deine Meinung ändern

Du hast gerade erst den Sende-Button gedrückt, und schon bereust du deinen Schritt? Das ist dein gutes Recht! Sprich ehrlich mit dem Empfänger des Fotos und sag ihm, er soll es löschen. Ein wahrer Freund wird deinem Wunsch nachkommen. Falls nicht, macht er sich strafbar.

Nicht lange warten!

Sind Aufnahmen von dir ungewollt in Umlauf gelangt, dann zögere nicht lange! Je schneller du reagierst, umso einfacher kannst du die Situation wieder unter Kontrolle bekommen. Das geht am besten mit Unterstützung von Leuten, denen du vertraust.

Bist du OK?

Vertrau dich der Person an, die dich jetzt am besten unterstützen kann. Freunde, Familie oder Beratungsstellen (z.B. die BEE SECURE Helpline oder das KannerJugend-Telefon), können dir helfen. Sei allerdings ehrlich, denn nur wenn alle Fakten auf den Tisch kommen, kann die Weiterverbreitung bestmöglich unterbunden werden.

Dein Bild gehört dir

Es gibt das „Recht am eigenen Bild“, das besagt, dass Bilder von dir nur mit deiner Zustimmung (und wenn du minderjährig bist, nur mit Zustimmung deiner Eltern) gemacht und veröffentlicht werden dürfen. Klar hast du deine Eltern nicht um Erlaubnis gefragt, als du nackt posiert hast. Dennoch, und auch wenn du dein Bild freiwillig weitergeschickt hast, hat niemand das Recht, es einfach zu veröffentlichen.

Wo taucht dein Bild auf?

Benutze verschiedene Suchmaschinen, um das Web nach deinen Bildern zu durchsuchen. Gib dazu deinen Namen bzw. deinen Benutzernamen ein. Du kannst auch das Tool „Google Alerts“ benutzen, um per E-Mail benachrichtigt zu werden, sobald dein Name online auftaucht: http://www.google.de/alerts

Dein Bild muss weg

Auch wenn du dir nicht sicher sein kannst, wie oft dein Bild kopiert wurde und wo genau es im Netz auftaucht, soll dich das nicht daran hindern, es zumindest dort löschen zu lassen, wo du weißt, dass es ist. Auf sozialen Netzwerken, wie z.B. Facebook, musst du dafür den Melde-Button benutzen. Gib an, dass das Bild gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Auch andere Webseiten sind dazu verpflichtet, dein Bild zu löschen, wenn du sie darum bittest. Wende dich dafür direkt an den Seitenbetreiber. In zweiter Instanz kannst du die Polizei einschalten.

Vorsicht, illegal!

Bist du jünger als 18 Jahre, dann gilt eine Nacktaufnahme von dir als „Kinderpornografie“. Jeder, der diese besitzt oder – schlimmer noch – weiter verbreitet, macht sich strafbar. Ist dieser jemand selbst noch minderjährig, fällt das Strafmaß natürlich geringer aus. Trotzdem solltest du, wenn intime Fotos von dir kursieren, die Polizei einschalten. Sie wird Ermittlungen anstellen, um den Schuldigen zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen.

Außerdem gilt das unerlaubte Aufnehmen, Veröffentlichen oder Vervielfältigen von Nacktbildern als Verleumdung sowie als Verletzung der Privatsphäre und des Rechts am eigenen Bild – unabhängig davon, wie alt du bist.

Wende dich an die BEE SECURE Stopline – Sie verfügt über die richtigen Mittel und wird versuchen, Sexting-Inhalte schnell und unkompliziert aus dem Internet zu löschen.

Übernimm wieder die Kontrolle!

Gerade jetzt ist es wichtig, dass du dich nicht verkriechst, sondern die schlechten Erfahrungen hinter dir lässt und an deiner positiven Online-Präsenz arbeitest. Denk daran: Was dir passiert ist, kann jedem passieren. Auch viele Stars kämpfen um ihren Ruf und ihr Recht, nachdem intime Bilder von ihnen ungewollt um die Welt gegangen sind.

  • In Internetforen triffst du bestimmt auf Jugendliche, denen das Gleiche passiert ist. Ihr könnt euch austauschen und gegenseitig unterstützten
  • Benutze dein soziales Netzwerk so weiter, wie bisher. Du kannst auch ein neues Netzwerk ausprobieren, einen Blog schreiben, oder Artikel im Netz kommentieren. Wichtig ist, dass du wieder einen positiven Internetgebrauch hast.
  • Wenn dein Name im Sexting-Kontext bei Suchergebnissen auftaucht, ruf die BEE SECURE Helpline (Tel. 8002 1234) an oder melde dich direkt bei der BEE SECURE Stopline, um zu ermitteln, wie man dies ändern kann.

Manchmal ist es unmöglich, alle Spuren von Sexting im Netz zu verwischen. Du wirst dich besser fühlen, wenn du eine Reihe von Antworten parat hast, falls Leute dich darauf ansprechen:

  • Mir ist bewusst, dass es ein Fehler war
  • Es war naiv von mir, aber ich habe daraus gelernt
  • Ich möchte diesen Vorfall hinter mir lassen
  • Ich bin darüber hinweg
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