Avatar

Mit „Avatar” bezeichnet man in der Computerspielwelt gemeinhin das „Online-Ich”, also den virtuellen Stellvertreter, die Spielfigur, die den eigentlichen Benutzer verkörpert.

Viele verbinden den Begriff „Avatar” wohl in aller erster Linie mit dem bekannten SciFi-Film von James Cameron und kennen den Ursprung dieser Bezeichnung eher nicht. Ein Einblick in die Geschichte des Begriffs lohnt sich jedoch.

Das Wort „Avatar” leitet sich aus dem Sanskrit ab und bedeutet in seiner ursprünglichen Form „Abstieg” (Avatāra). In diesem Kontext bezieht sich das Herabsteigen auf den Akt einer Gottheit, die sich von den himmlischen in die irdischen Sphären begibt. Ein ähnliches Bild kann anhand der heutigen Bedeutung des Begriffs gezeichnet werden. Heutzutage steht „Avatar” für eine grafische Darstellung in einem weiteren und für eine virtuelle Kunstfigur in einem engeren Sinn.

Auch hier haben wir es wieder mit zwei Ebenen zu tun. Wer sich in den Cyberspace begibt, steigt zwar nicht auf oder ab, aber es findet ein Wechsel zwischen zwei Ebenen, nämlich der Online- und der Offlinewelt statt. Auf der Ebene der Computerspiele, in Chats oder auch bei diversen Portalen bietet es sich dann an, sich einen eigenen Stellvertreter zu erschaffen. Diese künstliche Person wird Avatar genannt und präsentiert sich auf (Profil)-Bildern oder Icons.

Diese digitale Identität ist untrennbar mit der eigenen Persönlichkeit verbunden, aber der Spielraum für die gewünschte Selbstdarstellung ist sehr groß. Wer in der Offlinewelt nicht unbedingt als Muskelpaket durch die Gegend spaziert, hat das Recht, sich in einem Computerspiel einen kräftigen, starken Avatar zuzulegen. Zudem können diesen Avatar lange Zöpfe schmücken, auch wenn man außerhalb der virtuellen Welt eigentlich eine Glatze hat. Der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt, wenn es um die Gestaltung des eigenen virtuellen Stellvertreters geht. Aufpassen sollte man jedoch, dass die Grenzen zwischen der einen und der anderen Identität nicht zu sehr verschwimmen. Der Stellvertreter sollte das bleiben was er ist: Nämlich ein Vertreter auf einer anderen Ebene. Deswegen steht ihm auch nur ein zweitrangiger Platz zu, nämlich der HINTER dem realen Ich.

Unter „Faszination Computerspiel“ erfahrt ihr, warum es so leicht ist, sich in ein Game, bzw. in sein Avatar hineinzuversetzen und warum der Computer gerne als Rückzugsort genutzt wird.