Das Recht am eigenen Bild in der Cloud

Das Recht am eigenen Bild oder der Schutz der Privatsphäre

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Das Recht am eigenen Bild beruht auf dem Recht auf Schutz der Privatsphäre und unterscheidet sich von Land zu Land. Derzeit ist das Recht am eigenen Bild umso aktueller, als mehr und mehr Bilder in den sozialen Netzwerken geteilt, gespeichert und veröffentlicht werden.

Das Recht auf Schutz der Privatsphäre, ein Grundprinzip des Rechts am eigenen Bild, wird durch mehrere Texte abgesichert:

Die Grundidee dieser Texte ist, dass Sie unter bestimmten Voraussetzungen das Recht haben, nicht nur die Aufnahme Ihres Bildes zu verweigern, sondern auch die Veröffentlichung: akzeptieren, fotografiert zu werden bedeutet nicht, dass Sie die Verbreitung der Fotografie in jedwedem Kontext und für welchen Zweck auch immer gestatten.

Wenn Sie an einem privaten Ort fotografiert werden, können Sie die Verbreitung Ihres Bildes verweigern. Allerdings erteilen Sie eine stillschweigende Genehmigung, fotografiert zu werden, wenn Sie sich an einem öffentlichen Ort befinden, vorausgesetzt, das Foto stellt nicht Sie in den Fokus des Bildes.

Je nachdem, ob Sie Urheber eines Bildes sind oder ob Sie auf einem Foto sind, das ein anderer gemacht hat, gilt es verschiedene Regeln zu befolgen, vor allem, wenn Sie das Foto in einer Cloud speichern oder teilen.

Behalten Sie die Kontrolle über Ihr Bild und respektieren Sie das der anderen in der Cloud:

Die Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Einige Webseiten (wie die sozialen Netzwerke oder Online-Speicher und -Austausch) sehen in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen vor, dass Sie mit der Nutzung Ihrer Fotos zu Werbezwecken durch sie oder durch Dritte, an die sie die Verwertungsrecht abtreten können, einverstanden sind. Im Klartext, Sie bleiben Eigentümer Ihrer Bilder, aber diese Seiten können den Inhalt frei und legal nutzen, verbreiten und vermarkten. Wenn Facebook beschließt, dass die Bilder von Ihrem letzten Urlaub die Webseite eines Fremdenverkehrsamtes schmücken könnten, hat das soziale Netzwerk jedes Recht, sie weiterzuveräußern. Es ist auch aus diesem Grund, dass die Allgemeinen Nutzungsbedingungen von Facebook, einen klaren Abschnitt über das Recht am Bild enthalten: es liegt in der Verantwortung des Nutzers, der Bilder veröffentlicht (oder einzelne Personen auf diesen taggt), dass er die vorherige Zustimmung der fotografierten Personen erhält.

Unsere Empfehlungen: Lesen Sie immer die Allgemeinen Nutzungsbedingungen, um zu überprüfen, ob Ihre Fotos kommerziell genutzt werden können. Achten Sie auch auf Fotos, die Sie veröffentlichen, vor allem, wenn andere Personen als Sie selbst darauf zu sehen sind. Schließlich, passen Sie auf bei Kindern: auch wenn Sie ein Einverständnis, fotografiert zu werden, vorlegen können und müssen, so bedarf die Verbreitung eines solchen Fotos der Zustimmung aller Erziehungsberechtigten.

Die Veröffentlichungen / die Speicherung

Selbst wenn Sie sie in "privaten" Ordnern in Ihrer Cloud speichern, seien Sie vorsichtig, mit den Fotos, die Sie veröffentlichen / speichern, vor allem, wenn es sich um Fotos von anderen Personen handelt. Bei einem Datenleck könnten diese Bilder online und öffentlich zugänglich zu finden sein.

Unsere Empfehlungen: Behalten Sie die Fotos, die Sie für schützenswert oder wichtig halten, bei sich. Wenn möglich, verschlüsseln Sie die schützenswerten Bilder, bevor Sie sie in der Cloud veröffentlichen.

Die Identifikation (Tagging)

Die Ihnen nahestehenden Personen in den sozialen Netzwerken ohne deren Einwilligung zu identifizieren, könnte sie in Schwierigkeiten bringen. Beispielsweise veröffentlichen Sie ein Foto von Ihrem Freund auf einer Feier. Ihr Freund hat Sie stillschweigend ermächtigt, dieses Foto in diesem Moment aufzunehmen, aber hat in keinem Fall die Veröffentlichung dieses Foto genehmigt und hat nicht erwartet, in einem sozialen Netzwerk getaggt zu werden. Wenn Sie getaggte Fotos teilen, wird es für andere Internetnutzer möglich, die Gesichter mit den Namen Ihrer Freunde in Situationen zu verknüpfen, in denen man normalerweise Anonymität erwartet.

Unsere Empfehlungen: Wenn Sie eine Ihnen nahestehende Person identifizieren möchten, achten Sie darauf, sie um ihre Zustimmung zu bitten. Die Facebook-Einstellungen ermöglichen Ihnen, die Posts zu überprüfen, in denen Ihre Freunde Sie identifizieren, bevor Sie auf Ihrer Wand erscheinen. Denken Sie daran, diese Option zu aktivieren. Außerdem, wenn Ihnen Inhalte ungeeignet erscheinen, ist es immer noch möglich, dies mit der Option "einen Inhalt melden" zu melden.

Die Datenschutzeinstellungen

Wenn Sie Fotos auf Facebook veröffentlichen, kann es problematisch sein, sie für jedermann zugänglich zu machen. Sie wollen vielleicht nicht unbedingt, dass Ihre beruflichen Kontakte die Fotos Ihrer letzten Feier mit Freunden sehen.

Unsere Empfehlungen: es ist wichtig, die Privatsphäre-Einstellungen, welche Gruppe von Freunden Zugriff auf welches Foto oder auf welches Fotoalbum hat, zu definieren. Auf Facebook kann diese Zugangskontrolle durch die Erstellung von Freundeslisten und die Einstellung der Fotoalben oder jedes veröffentlichten Bildes erfolgen.

Weitere Informationen können Sie auf unserer Seite finden "Das Einmaleins von Facebook".

Automatische Synchronisation

Wir haben Sie bereits in Bezug auf die automatische Synchronisation Ihrer Daten in unserem Blatt "File-Sharing" gewarnt: , zögern Sie nicht, nachzulesen (Abschnitt: "teilen Sie nicht alles").

Unsere Empfehlung: Geben Sie immer einer manuellen Synchronisation den Vorzug.

Die "Rückwärtssuche" von Bildern

Diese Methode ermöglicht es Ihnen zu sehen, welche Webseiten oder Blogs Ihre Fotos verwenden. Anstatt Schlüsselwörter zu verwenden, nutzt man einfach nur Bilder.

Unsere Empfehlungen: wenn Sie ein Urheber von Fotos sind, können Sie mit diesem Verfahren überprüfen, wer Ihre Fotos ohne Ihre Erlaubnis verwendet. So können Sie in der Regel erfahren, was mit Ihren Fotos im Netz geschieht und sehen, wo und wie sie verwendet werden.

Das Recht auf Vergessen

Sie werden gedrängt, immer mehr Bilder zu veröffentlichen und Sie könnten später diese Veröffentlichungen bereuen. Einige Bilder können langfristig peinlich werden. Im Internet bleiben die Spuren sehr lang und diese unbegrenzte Datenspeicherung kann Probleme bereiten.

Unsere Empfehlungen: das Recht auf Vergessen ermöglicht es Ihnen in der Theorie, Ihre im Internet hinterlassenen Spuren zu löschen. Sie können zum Beispiel Google darum bitten, die unerwünschten Fotos aus den Suchergebnissen zu entfernen.

Das Sexting

Dabei handelt es sich um das Versenden von aufreizenden SMS oder sinnlichen Fotos über Mobiltelefone oder soziale Netzwerke. Mehr Informationen zu BEE SECURE: Sexting

Unsere Empfehlungen: Senden Sie keine intimen Fotos an andere Personen, vor allem nicht solche Fotos, auf denen Ihr Gesicht zu sehen ist. Das könnte sich rächen. Der Empfänger könnte Ihren Ruf durch Verbreiten Ihrer Fotos im Netz schädigen -  eine leider nur allzu häufige Situation.

 

Die goldene Regel ist, immer sorgfältig die Bilder auszuwählen, die Sie veröffentlichen oder speichern möchten usw. Vergessen Sie nie, die Meinungen der Ihnen nahestehenden Personen zu berücksichtigen.

 

Factsheet zum herunterladen

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