NOT FUNNY – BEE FAIR

Mobbing oder Cybermobbing: es verletzt !

Von Cybermobbing spricht man, wenn die neuen Technologien benutzt werden, um eine Person zu belästigen, zu demütigen oder zu bedrohen, sei es per SMS, E-Mail, im Chat oder in einem sozialen Netzwerk.

Cybermobbing ist oft nur die Weiterführung von klassischem Mobbing auf dem Schulhof oder im Büro, und geht meist von Personen aus dem eigenen Umfeld aus. Besonders schmerzvoll ist es, dass die Attacken (z.B. in Form von verbalen Angriffen, Gerüchten oder peinlichen Fotos) oft jahrelang im weltweiten Netz für Millionen Nutzer sichtbar sind.

Was unterscheidet Cybermobbing von direktem/klassischem Mobbing?

Beim Cybermobbing ist die Hemmschwelle sehr viel niedriger als beim Mobbing im realen Leben. Das Internet vermittelt schnell ein Gefühl von Anonymität. Es ist leichter, sich hinter einem Pseudonym zu verstecken und aus der Entfernung Boshaftigkeiten ins weltweite Netz zu schicken, als seinem Opfer dabei gegenüber zu stehen.

So kommt es, dass sogar Leute, die eigentlich so gar nicht dem typischen Bild eines Bullys (rowdyhaft, stark, manipulativ, aufrührerisch,..) entsprechen, doch schnell mal zum Täter werden, während umgekehrt auch durchaus beliebte Mitschüler zum Opfer werden können.

Im realen Leben spricht man eigentlich erst dann von Mobbing, wenn wiederholt Angriffe gegen ein und dasselbe Opfer stattfinden. Beim Cybermobbing kann schon eine einzige diffamierende Handlung verheerende Folgen haben.

Als Beispiel: In einer Schulklasse geht die Karikatur eines Mitschülers herum und alle lachen darüber. Klar, dass der portraitierte Schüler nicht besonders begeistert ist, aber solange es nur bei diesem einen Bild bleibt, hält sich der Schaden in Grenzen. Anders stellt sich die Situation dar, wenn mit digitalen Mitteln gearbeitet wird.

Statt der handgemalten Karikatur macht dann zum Beispiel ein per Photoshop entstelltes Bild des Mitschülers die Runden, und dies nicht nur in der Klasse, sondern per Mausklick in Sekundenschnelle bei Millionen von Internetnutzern weltweit. Schnell ist das entstellte Foto tausendfach kopiert, per E-Mail und SMS weiter verschickt, taucht auf immer mehr dubiosen Scherzseiten und in sozialen Netzwerken auf.

Oft neu betitelt, durch Anekdoten und Gerüchte ergänzt, sich monatelang, wenn nicht sogar jahrelang an der Spitze der Trefferquote bei Online-Suchmaschinen haltend. Auch hier ist eine einzige Handlung der Auslöser, doch das Ausmaß dieser einen Handlung im Vergleich so hoch, dass die Bezeichnung Mobbing durchaus angebracht ist.

Beim Cybermobbing geraten Situationen schnell außer Kontrolle. Die Devise lautet „Einmal im Netz – immer im Netz“. Ob ein Inhalt nun versehentlich oder mit voller Absicht im Internet gelandet ist, spielt dann keine Rolle mehr. Besonders Bilder und Videos kommen schnell in Umlauf und die ganze Welt kann daran teilhaben.

Das Schlimmste am Cybermobbing: Dank Handys, Smartphones und Internet ist man der Angst 24 Stunden am Tag während 7 Tagen in der Woche ausgeliefert. Opfer erstarren vor Panik, jedes Mal wenn ihr Handy klingelt, eine Benachrichtigung bei Facebook aufleuchtet oder der Posteingang neue E-Mails ankündigt.

Kann man Mobbing in der „realen“ Welt wenigstens dann entfliehen, wenn man sich vom Täter entfernt (zum Beispiel von der Schule nach Hause kommt), ist man bei Cybermobbing an keinem Ort und zu keiner Tageszeit wirklich sicher. Cybermobbing braucht noch nicht einmal die physische Anwesenheit seines Opfers!