Wie kann ich auf Hate Speech reagieren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf Hate Speech zu reagieren.

Ignorieren: Ein sehr bekannter Tipp lautet „Don‘t feed the Troll“ (Füttere den Troll nicht): Gemeint ist, den Täter (hier als „Troll“ bezeichnet, aber nicht jeder Internet-Troll ist ein Täter) nicht mit Reaktionen zu füttern. Ignorieren kann in einigen Fällen eine gute Reaktion sein, da die Täter nicht die Genugtuung erhalten, dass ihre Botschaft bei jemanden angekommen ist. Allerdings wirkt es für Mitlesende dann so, als würden alle dem Hate Speech zustimmen. Deswegen ist es ratsam, argumentativ gegenzuwirken.

01-stop.pngBlockieren: Selbstschutz geht vor! Wenn deine Seite oder dein Profil zugemüllt wird, dann ist es dein gutes Recht und sogar deine Pflicht, die fiesen Kommentare zu löschen und den Autor zu blockieren. Du hast auf deinen Seiten immer das „Hausrecht“, daher lass dir nicht einreden, du würdest gegen die Meinungsfreiheit des Haters verstoßen oder Zensur ausüben. Genauso wenig, wie du jemanden in dein Wohnzimmer lassen würdest, der dich beschimpft, musst du dies im virtuellen Raum ertragen.

05-arrow.pngGegenrede: Mit den Argumentationsstrategien Nachfragen, Benennen, Sich Wehren und Debunking kann Hate Speech oft sehr einfach entkräftet werden. Wenn es sich bei dem Hate Speech um Missverständnisse handelt, können diese durch Nachfragen oft schnell aufgedeckt werden. Durch Benennen werden Diskriminierungen als solche markiert und sind damit auch für Mitlesende erkennbar. Beim Sich Wehren geht es darum, mit sachlichen Gegenargumenten  die Argumentation des Gegenübers zu entemotionalisieren und harte Fakten zu liefern. Das Debunking schlägt in eine ähnliche Kerbe: Verschwörungstheorien und Mythen werden durch sachliche, nachvollziehbare Fakten entkräftet. Welche Strategie eingesetzt werden soll, hängt von der Art der Aussagen ab. Wichtig ist bei der Gegenrede, auf sich selbst zu achten und selbst keine Risiken einzugehen! Einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Argumentationsstrategien und ihren Einsatz finden Sie in unserem Gegenrede-Dossier [Link]. Dort finden auch Redaktionen und Community-Betreiber Tipps, wie sie mit Hate Speech auf ihren Seiten umgehen können.

04-i.pngAlternativen aufzeigen: Mit eigenen Seiten oder Gruppen kannst du gegen den Hass ankämpfen und zeigen, dass eine Debatte auch ganz anders geführt werden kann. Natürlich hat nicht jeder die Ressourcen, selbst solche Projekte am Laufen zu halten. Wenn du positive Beispiele findest, kannst du diese jedoch immer in sozialen Netzwerken teilen und so zeigen, dass es neben Hate Speech auch jede Menge positiver, respektvoller Geschichten im Internet gibt.

02-doc.pngMelden: Eine Möglichkeit, um Hate Speech im Netz zu bekämpfen, ist, sie konsequent zu melden. Viele soziale Netzwerke verfügen über eigene Buttons, mit deren Hilfe man unerwünschte Inhalte melden kann. Leider sind viele dieser Seiten nicht sehr konsequent darin, Hate Speech zu löschen. Die sehr breite Auslegung der Meinungsfreiheit in den USA ist oft ein Grund hierfür, die mangelnden finanziellen und personellen Ressourcen können aber ebenfalls ausschlaggebend sein. Das sollte dennoch nicht davon abhalten, Hate Speech zu melden – durch viele Meldungen sehen die Betreiber_innen der Seite, dass es sich um ein ernstzunehmendes Problem handelt. Außerdem schützt die Auslegung von Facebook luxemburgische Bürger nicht vor Strafverfolgung.

03-hand.pngAnzeigen: Was offline strafbar ist, ist auch online strafbar. Wichtig ist, dass du Beweise für Hate Speech in Form von Screenshots sicherst. In Luxemburg kann Hate Speech sogar online gemeldet werden, nämlich über die BEE SECURE Stopline (http://stopline.bee-secure.lu). Das Team der Stopline überprüft jede Meldung und leitet illegale Inhalte an die Polizei weiter. Eine Anzeige bei der Polizei ist natürlich auch immer eine Möglichkeit. Auch hier gilt: Selbst wenn die Erfolgschancen gering wirken, so zeigen viele Anzeigen den Behörden und Entscheidungsträger_innen, dass es ein Problem gibt und Handlungsbedarf besteht. In Luxemburg gibt es seit einigen Jahren übrigens regelmäßig Verurteilungen wegen Hate Speech im Netz.