Facebooks neue Benutzerrichtlinien und was das für den Einzelnen bedeutet…

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Unter Facebook-Benutzern zirkulieren zum wiederholten Male  kursieren die Aufforderung, einen gewissen Text oder in gewisses Bild zu teilen, damit dies die neuesten Benutzerrichtlinien aushebeln soll. Dazu muss man aber wissen, dass die Richtlinien so oder so mit der Benutzung von Facebook gutgeheißen werden. Facebook-Nutzer sollten deshalb zwei Sachen beachten: Einerseits gelten die Richtlinien für alle in gleichem Masse, deshalb muss bereits jeder einzelne individuell entscheiden, ob er dieses (oder ein anderes) soziales Netzwerk nutzen will. Anderseits reagiert ein Unternehmen, das eine Internetseite betreibt sehr wohl auf die Reaktionen seiner Kunden, aber nur, wenn auch ausreichend Leute sich klar positionieren. So hat Facebook bereist mehrfach Änderungen seiner Benutzerrichtlinien verschoben oder in veränderter Form umgesetzt.

Facebook Nutzer sollten auf jeden Fall sich etwas Zeit nehmen, und die aktuellen Änderungen verstehen um sich ein klares Bild zu machen, was mit ihren Daten geschehen kann:

Werbung

Bislang werden die Inhalte der Werbeanzeigen aus „Gefällt mir“-Angaben und anderen Aktivitäten im Netzwerk generiert. Bald sollen auch besuchte Webseiten und genutzte Apps ausgewertet werden. Das Netzwerk ist in der Lage, die Aktivitäten seiner eingeloggten Nutzer im Netz teilweise nachzuvollziehen. Wer dann etwa online ein Paar Sportschuhe kauft, könnte beispielsweise Anzeigen für Sportkurse oder andere Trainingskleidung sehen. Wer Urlaubsziele recherchiert, sieht Werbung von Reiseveranstaltern.

Künftig sollen Facebook-Nutzer Werbeanzeigen auf ihre Relevanz bewerten können. Dazu wird auch sichtbar gemacht, in welche Zielgruppe Facebook die Nutzer einordnet und warum man eine bestimmte Anzeige sieht. Laut Facebook soll so sichergestellt werden, dass Nutzer nur relevante Werbung sehen. Die neue Einstellung für Werbeanzeigen geben dem Nutzer zwar mehr Kontrolle, ein großer Gewinn sind sie aber nicht, wie Staatssekretär Ulrich Kelber (SPD) von Bundesverbraucherschutzministerium bei der Vorstellung der neuen AGB Ende November 2014 urteilte: „Gleichzeitig erhält Facebook so aber auch noch mehr werberelevante Informationen über den Nutzer.“

Kaufen

Das Netzwerk will seine Kunden durch neue Optionen wie einen „Kaufen“-Knopf enger an sich binden.

So könnte der Kauf von Waren direkt über das Facebook-Konto erfolgen. Damit könnte das Unternehmen neben Nutzungsdaten auch an Einkaufsgewohnheiten und Zahlungsdaten der Kunden kommen. „Aus Verbraucherschutzsicht ist das sehr kritisch zu bewerten“, sagt Sabine Petri. Durch Zusammenführung dieser Daten könnten umfassende Personenprofile erstellt werden.

Lokalisierung

Künftig können Standorten mit denen der Freunde und mit Werbeanzeigen verbunden werden. Wer seinen Standort teilt, kann etwa Informationen über Restaurants in der Nähe oder Neuigkeiten von Freunden angezeigt bekommen. Wer das nicht möchte, sollte der Facebook-App auf seinem Smartphone wenn möglich keinen Zugriff auf das GPS-Modul gewähren. Allerdings räumt nicht jede Plattform diese Möglichkeit ein.

Wem aber bei der den neuen Nutzungsbedingungen dennoch unwohl ist, der sollte

  • beim Schließen seines Browsers die Cookies löschen.
  • das GPS am Handy deaktivieren.
  • die Facebook-App (am Smartphone) nicht verwenden, sondern über den Browser oder den PC einsteigen.
  • für Facebook einen eigenen Browser zu nutzen. Also einen Browser für Facebook, einen anderen für den Rest.

Facebook ist sozusagen eine Fußgängerzone. Profile sind Caféhäuser und jeder, der vorbeikommt, hört und sieht mit!

Was bedeutet das für den Einzelnen? JEDER ist selbst dafür verantwortlich, was andere User und Facebook über einen weiß. Nutzer sollen nur das posten, was sie auch auch LAUT auf der Straße sagen würden – und man muss nicht sein komplettes Leben auf Facebook posten. Die Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken ist die freie Entscheidung eines jeden Einzelnen.

 

Weitere Informationen zum Thema "Soziale Netzwerke" gibt es zum Beispiel hier:

- Thema "Facebook & Co" auf bee-secure.lu

- Publikation "Facebook-Check" für Jugendliche

- Publikation "Facebook Leitfaden für Eltern"

 

Am 03. Februar stellte Nadine Schirtz von BEE SECURE die neuen Facebook AGBs in der RTL-Talkshow "Live! Planet People" vor.