Neue Trends beim Facebook Messenger: "Kinder-Version" und Chatbots

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Der Facebook Messenger ist omnipräsent und es zeichnen sich neue Trends ab: Mit Chatbots können Drittanbieter neue Funktionen hinzufügen. Neu ist zudem eine als „kindgerecht“ gedachte Version namens „Kids Messenger“. BEE SECURE gibt einen Überblick über die aktuellen Trends.

Der Facebook Messenger ist mit 1,3 Millarden Nutzern ganz oben auf der Liste der meistgenutzten Messenger-Apps: Nur WhatsApp hat ähnlich viele Nutzer. Letztere App gehört zwar auch zum Facebook-Konzern, kann jedoch noch immer ohne Facebook-Account genutzt werden. Neben dem bekannten chatten lässt sich über den Messenger auch (Video-)Telefonieren sowie Sprachnachrichten, Fotos, Dateien, usw. verschicken. Auch das Teilen von Standortinformationen sowie Gruppenchats sind möglich. In den USA ist es sogar möglich, mit dem Messenger zu zahlen.

Mittels Apps und sogenannten Chatbots lassen sich die Funktionen des Messengers sogar noch erweitern. Firmen und andere Organisationen können Chatsbots einsetzen, um ihren Kunden Antworten auf oft gestellte Fragen zu geben – teilweise lassen sich sogar Flüge buchen.

Eine solche Erweiterung ist „neargroup“, eine Dating-App. Statt Fotos sollen selbstgeschriebene Gedichte oder andere Kunstwerke die Nutzer miteinander verbinden. Allerdings ist Vorsicht geboten: Durch die Nutzung des Chatbots werden Daten an Neargroup übertragen, so dass schwer nachvollziehbar ist, was mit ihnen passiert. Grundsätzlich sollte man sich über Chatbots und zusätzliche Apps für den Facebook Messenger informieren, bevor man sie nutzt: Eine ausführliche Internet-Recherche kann dabei helfen.

Grundsätzlich müssen Nutzer ein Mindestalter haben (derzeit: 13 Jahre, Stand: 03/2018), um Facebook benutzen zu können – diese Altersbeschränkung gilt eigentlich auch für den Messenger. Allerdings hat Facebook vor kurzem in den USA „Messenger Kids“ eingeführt, eine separate App für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Eltern und Erziehungsberechtigte sollen damit Kontrolle darüber haben, wer mit ihren Kindern kommunizieren kann. Außerdem funktioniert die App nur im WLAN, so dass keine Datenverbindung über das Mobilfunknetz benötigt wird. Wenn Kinder Inhalte oder Kontakt an Facebook melden oder blockieren, werden die Eltern ebenfalls informiert. Die App ist zudem werbefrei. Aktuell ist (noch) nicht bekannt, ob und wann „Messenger Kids“ nach Europa bzw. Luxemburg kommen wird.

In den USA warnen allerdings Kindergesundheitsorganisationen vor „Messenger Kids“ - Kinder in dem Alter hätten kein ausreichendes Verständnis von Privatsphäre und könnten die Feinheiten digitaler Kommunikation nicht verstehen. Über diese Einschätzung lässt sich sicherlich streiten – Eltern sollten ihre Kinder bei den ersten digitalen Kommunikationsversuchen begleiten und ihnen erklären, dass bei Onlinekommunikation Elemente wie Mimik, Gestik, usw. fehlen.

Grundsätzlich ist bei der Verwendung des Facebook Messengers zu beachten, dass die Kommunikation in diesem standardmäßig verschlüsselt ist. Das heißt, dass z.B. in einem offenen WLAN kein anderer Nutzer desselben WLANS einfach mitlesen kann, was man im Facebook Messenger kommuniziert. Aber: diese standardmäßige Verschlüsselung schützt nicht davor, dass der Anbieter der App (hier Facebook) den Inhalt der Unterhaltung mitlesen kann.

BEE SECURE empfiehlt daher grundsätzlich, Apps mit sogenannter Ende-zu-Ende Verschlüsselung zu benutzen, z.B. Signal (besonders empfehlenswert da Open Source Software und damit einsehbar auf Github) oder WhatsApp. Denn Ende-zu-Ende Verschlüsselung verbirgt die Unterhaltung noch zusätzlich vor dem Anbieter der App (also in diesem Fall vor Signal bzw. Whats App) und schützt damit die Privatsphäre der Nutzer wesentlich besser.

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Quellen: Statista, CNN, Neargroup, Facebook, MessengerKids
Bild: pixabay.com