Raubt uns blaues Licht den Schlaf?

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Wer viel Zeit vor Monitoren verbringt, kann durch Herausfiltern von blauem Licht vermutlich Schlafstörungen vorbeugen.

Das Licht, das wir Menschen mit unseren Augen wahrnehmen können, hat bekanntlich verschiedene Wellenlängen, die unserer Hirn zu verschiedenen Farben interpretiert. Das Licht zwischen 400 und 495 Nanometern wird als „blaues Licht“ bezeichnet, die Farben können jedoch von Violet über Indigo bis zu Blaugrünem Licht reichen.

Immer mehr Geräte strahlen blaues Licht ab – dies ist vor allem durch LEDs zu erklären, die in Smartphones, Tablets, TVs, Computermonitoren, usw. verbaut sind. Blaues Licht hat besonders viel Energie – für unseren Körper wirkt es ähnlich wie das Sonnenlicht. Das kann von Vorteil sein, wenn man aufwachen oder sich konzentrieren will. Schlecht ist es allerdings dann, wenn man einschlafen will. Wer also kurz vorm Schlafengehen auf den Laptop, das Smartphone oder Tablet schaut, vermittelt dem Körper „Sonnenschein“ statt „Schlafenszeit“.

Die Effekte sind medizinisch noch nicht ganz geklärt, allerdings deutet vieles darauf hin, dass zu viel blaues Licht gerade bei Teenagern Schlafstörungen verursachen kann. Aber auch bei Erwachsenen gibt es Anzeichen, dass sich der zirkadiane Rhythmus – also der sogenannte „Biorhythmus“ - zum Beispiel von der "Lerche" zur "Nachteule"- verschieben kann. Dies vor allem, weil durch das blaue Licht die Bildung von Melatonin gehemmt wird – dieses "Müdigkeits"-Hormon regelt jedoch den Schlaf.

Was kann man tun? BEE SECURE rät:

Einerseits kann man versuchen, vor dem Schlafengehen Aktivitäten zu betreiben, die nicht vor dem Monitor stattfinden: Ein Buch zu lesen statt sich mit Smartphone oder Tablet zu beschäftigen, kann sicherlich helfen.

Allerdings haben die Hersteller von Soft- und Hardware mittlerweile reagiert. Viele moderne Monitore haben Einstellungen, mit denen sich das blaue Licht reduzieren lässt. Bei iOS-Geräten ist die Funktion Nightshift eingebaut, die sich abends automatisch aktivieren lässt. Sie existiert ebenfalls für neuere MacOS-Versionen. Für Android-Geräte gibt es sehr viele Apps mit einer solchen Funktion, unter diesem Link findet sich eine Übersicht. In Windows 10 ist die Funktion, abends weniger blaues Licht auszustrahlen, ebenfalls eingebaut.

Wer ein älteres Betriebssystem oder Linux benutzt, kann f.lux ausprobieren. Das Programm existiert seit einigen Jahren und kann sehr individuell angepasst werden.

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Quellen: Wikipedia blue light, Wikipedia melatonin, AllAboutVision, BlueLightExposed | Bild: pixabay.com