Sollten Schulen Handys verbieten?

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In Frankreich wird ein Totalverbot von Smartphones diskutiert. Ist das eine vernünftige Entscheidung?

Bei der Maßnahme ginge es um die öffentliche Gesundheit, argumentierte der französische Bildungsminister Jean-Michel Blanquer. In vielen Schulen in Frankreich ist es bereits verboten, das Smartphone während dem Unterricht zu benutzen – ein Verbot, das wohl auch in den allermeisten Schulklassen in Luxemburg in Kraft ist. Ab September 2018 sollen die elektronischen Geräte aber komplett aus den Schulen verbannt werden: Die Nutzung soll dann auch während den Pausen verboten sein.

Noch ist unklar, wie das Verbot praktisch umgesetzt werden soll – eventuell müssen die Handys an einem sicheren Ort gelagert werden. Viele Eltern werden das Verbot wohl eher nicht begrüßen – immerhin kann es Notfälle geben, in denen sie ihre Kinder schnell erreichen wollen (oder umgekehrt), vielleicht wollen sie auch nur schnell über den Ausgang einer wichtigen Prüfung Bescheid bekommen.

In den USA gibt es mit einem Handyverbot in Schulen schon Erfahrung, nämlich in New York. 2006 wurde dort unter dem Bürgermeister Michael Bloomberg versucht, ein solches Verbot durchzusetzen – allerdings haben sich Eltern beschwert. Außerdem wurde festgestellt, dass das Verbot in ärmeren Schulen, die häufiger Metalldetektoren installiert hatten, eher durchgesetzt wurde als in anderen. 2015 hob Bloombergs Nachfolger Bill de Blasio das Verbot wieder auf.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, den Schüler und Schülerinnen Frankreichs einen guten Umgang mit Smartphones beizubringen. Dazu gehört einerseits der sichere Umgang mit dem Gerät und die Kenntnisse über Chancen und Gefahren, andererseits aber auch das Bewusstsein dafür, dass es auch ein Leben abseits vom Display gibt – und man davon ausgiebig profitieren sollte. Außerdem existieren viele nützliche Apps, die im Unterricht eingesetzt werden oder beim Lernen behilflich sein können. Ein Totalverbot führt vermutlich eher dazu, dass das Handy „den Reiz des Verbotenen“ gewinnt und somit in der Freizeit noch viel stärker genutzt wird.

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Foto: pixabay.com