Vorsicht bei Facebook - „Tests“!

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Manche sind genervt von ihnen, andere können gar nicht genug bekommen – Tests auf Facebook, die das eigene Profil analysieren und dabei Daten sammeln.

„Was bekommst du dieses Jahr zu Weihnachten?“, „Wer ist dein Seelenverwandter?“, „Welcher Zeichentrickfigur siehst du ähnlich“ - diese „weltbewegenden“ Fragen tauchen in letzter Zeit vermehrt auf Facebook auf. Die Tests stammen nicht von Facebook selbst, sondern von Drittanbietern, die dafür sogenannte „Facebook-Apps“ programmieren. Wer eine (vermeintliche) Antwort will, wird auf eine Seite weitergeleitet und muss einer Facebook-App Zugriff auf das eigene Konto gewähren. Viele Nutzer klicken schnell „weiter“, um eine Antwort zu bekommen, die dann meist automatisch auf ihre Wall gepostet wird. Ein harmloser Spaß? Das ist nicht so sicher.

Was passiert, wenn ich so einen „Test“ mache?

Wer eine „Facebook-App“ autorisiert, gibt dieser Zugriff auf Daten des Facebook-Profils. Je nachdem, wer diese Tests gestaltet, werden unterschiedlich viele Informationen abgefragt. Was mit den Daten passiert, ist für den Nutzer auf den ersten Blick schwer erkennbar. Auch die Lektüre der „Privacy Policy“, also der Datenschutzerklärung verschiedener Dienste lässt einen eher stirnrunzelnd zurück. So ist das entsprechende Dokument des Anbieters „godinworld“ in einem Mischmasch aus Englisch und Spanisch verfasst, außerdem sind dort Stilblüten wie „The content of chocolates is published or posted by users under prior registration or publishers belong to GodinWorld“ („Der Inhalt der von Usern geposteten Schokoladen …“) zu lesen, die auch mit viel gutem Willen wenig Sinn ergeben. Während manche dieser Quiz-Anbieter den Verkauf von Daten explizit ausschließen, so schweigen andere darüber. Oft ist auch eine Klausel zu Lesen, die besagt, dass diese Datenschutzvereinbarungen jederzeit geändert werden kann – ohne die User zu benachrichtigen. Nach ein paar Monaten oder gar Jahren haben die vermutlich sowieso schon wieder vergessen, dass sie irgendwann mal einen Test gemacht haben, der ausgerechnet hat, welchem Fußballspieler sie am meisten ähneln.

Was kann mit meinen Daten passieren?

Die undurchsichtigen Dokumente der Test-Anbieter lassen es nicht zu, diese Frage für jeden Fall zu beantworten. Es sind jedoch einige Szenarien möglich. Die Daten können verkauft werden und zu Werbezwecken benutzt werden – es handelt sich in der Regel zwar nur um jene Informationen, die sowieso öffentlich auf ihrem Profil ersichtlich sind. Kombiniert mit Informationen, die es ermöglichen, ihr Gerät zu identifizieren, können diese jedoch für Werbezwecke gebraucht werden. Zwielichtiger (und illegal) wäre die Möglichkeit, dass mit den Informationen Fake-Profile nachgebaut werden. Es ist wenig wahrscheinlich, dass die Anbieter dieser „Tests“ sich darauf beschränken, nur mit Bannerwerbung Geld zu verdienen. Um einschätzen zu können, was alles mit ihren Daten passieren kann, empfiehlt BEE SECURE die Dossiers ihrer BIG DATA-Kampagne.

Wie soll ich mit solchen Tests umgehen? BEE SECURE rät:

Unzureichende Datenschutzerklärungen, intransparente Informationen und zweifelhafte Geschäftsmodelle bestimmen die „Szene“ dieser Tests. Da diese Tests so gut wie keinen Mehrwert haben, sondern vermutlich sowieso nach dem Zufallsprinzip arbeiten, empfiehlt BEE SECURE, sie zu meiden. Die Risiken, dass die eigenen Daten verkauft oder gar in Fake-Profilen verwendet werden, sind größer als der Nutzen, den diese „lustigen“ Tests bieten.

 

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