Sextortion (englisch: „sex“ und „extortion“ = Erpressung) bedeutet Erpressung anhand von Material mit sexuellem Inhalt (Bilder, Videos). Die Erpresser fordern Geld, z.B. per E-Mail, und drohen an, die Bilder an Bekannte zu schicken oder auf Plattformen hochzuladen, falls nicht gezahlt wird.

Allgemeinheit

  • Online Extortion (Erpressung) –bezeichnet allgemein die Erpressung einer Person über das Internet. Oftmals erpresst der Täter das Opfer mit dem angeblichen Besitz seines Passwortes oder sonstigen persönlichen Daten. Der Täter droht mit der Veröffentlichung der Informationen, falls das Opfer sich weigert ein Lösegeld zu zahlen.
  • Bei Sextortion handelt es sich um eine bestimmte Form der Erpressung (Extortion), denn hier erpresst der Täter sein Opfer mit der vermeintlichen Veröffentlichung von sexualisierten Bildern oder –videos – also von sehr intimen und privaten Daten.

Es gibt viele Möglichkeiten, woher der Täter die Bilder hat.

  • Die Bilder können zum einen heimlich vom Täter*innen über die Webcam aufgenommen werden.
  • Es kann aber auch sein, dass Bilder, die bewusst und im Vertrauen an eine*n Partner*in oder Freund*in gesendet wurden, später gegen einen missbraucht werden – etwa im Streit, nach einer Trennung oder durch Dritte.
  • Es gibt aber auch Fälle, in denen der Täter einen gewissen Druck auf sein Opfer ausübt (z.B. emotionale Erpressung „wenn du mich magst, schickst du mir ein Bild“), so dass das Opfer sich „überreden“ lässt und dann eher unwillig ein Bild oder Foto schickt.

  • Seien Sie kritisch: Seien Sie sich bewusst, dass nicht jeder im Internet der ist, für den er sich ausgibt! (Identitätsdiebstahl, Fake Profile)
  • Versenden Sie keine freizügigen Fotos/Videos, weder an vertraute Personen, noch an Unbekannte!
  • Kamera abkleben: Kleben Sie einen Sticker auf Ihre Webcam, um nicht ungewollt gefilmt zu werden!

Als Opfer von sexueller Erpressung sollte man:

  • Keine weiteren Fotos/Videos mehr teilen!
  • Die Kommunikation abbrechen und den*die Täter*in blockieren
  • Sammeln Sie Beweismittel, für den Fall, dass Sie Anzeige erstatten möchten (z.B. Screenshots)
  • Sich nicht erpressen lassen!
  • Mutig sein und der Person sagen, dass man das nicht mit sich machen lässt und ihn/sie (den/die Täter/in) melden wird.
  • Im Falle einer Erpressung gegen Geld, sollte man außerdem keinesfalls zahlen und sofort Anzeige bei der Polizei erstatten.
  • Sich jemandem anvertrauen, z.B. in der Familie, im Freundeskreis oder einer Helpline, wie z.B. der BEE SECURE Helpline (8002 1234).
  • Seine Passwörter ändern. Somit verhindert man, dass der Täter weiter Zugriff auf das Konto und die damit verbundenen Daten (Fotos, Videos) hat.

  • Reden Sie mit einem Menschen Ihres Vertrauens (Freunde, Familie). Telefonische Anlaufstellen sind ebenfalls ein guter Startpunkt auf der Suche nach der passenden Hilfe. Gratis, anonym und vertraulich!
  • Als Schüler oder Elternteil ist es auch möglich, in absoluter Vertraulichkeit mit erfahrenen Beratern zu sprechen, um die passende Hilfe zu erhalten:
    • SePAS in der Schule
    • CePAS in der Stadt Luxemburg
  • Manchmal reicht es aus, die Person sofort zu informieren und sie freundlich und bestimmt darauf hinzuweisen, dass sie gegen das Recht am eigenen Bild verstoßen hat und demnach das Bild löschen soll.
  • Wenn das nicht hilft, sollten Sie schnellstmöglich reagieren, ansonsten könnte es sein, dass der Inhalt immer weiter im Netz geteilt wird:
    • Sichern Sie Beweise (z. B. Screenshot von Nachrichten)
    • Melden Sie Inhalte beim Seitenbetreiber und geben Sie an, dass das Bild gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Soziale Netzwerke verfügen meistens über einen Meldebutton, aber auch andere Webseiten sind dazu verpflichtet, Ihr Bild zu löschen, wenn Sie den Seitenbetreiber darum bitten. Sollte Ihnen Ihr Bild in einer Suchmaschine begegnen, können Sie den Betreiber der Suchmaschine direkt kontaktieren um die Löschung Ihrer Bilder/Videos aus den Suchergebnissen zu beantragen.
    • Löschen Sie die Bilder selber (im Chatverlauf, auf dem Smartphone, in der Cloud …).
    • Schreiben Sie keine direkten Antworten und blockieren Sie den Kontakt.
    • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, die ihr Möglichstes tun wird, um Ihnen weiterzuhelfen.

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