Alarmsignale

Ein nicht ausgeglichener Medienkonsum hat indirekt Folgen auf das soziale Umfeld des Betroffenen. Oft sind es Familie und Freunde, denen ein potenzieller Überkonsum als erstes auffällt. Zu den häufigsten Anzeichen gehören folgende:

Betroffene

  • reagieren aggressiv und unverhältnismäßig emotional, wenn man ihnen den Zugang zum Medium verweigert

  • nehmen das Medium als existenziell wahr – ein Leben ohne es ist unvorstellbar

  • nehmen Verlieren beim Computerspiel als persönliche Niederlage wahr, die man wettmachen möchte

  • verspüren, in Situationen, in denen sie das Medium nicht direkt benutzen, den inneren Drang, dies doch zu tun –ihre Gedanken kreisen ständig darum

  • vernachlässigen Schule/Arbeit zugunsten des Mediums

  • nehmen Familie und Freunde oft als Störfaktor wahr, der sie vom Medienkonsum ablenkt

  • vernachlässigen familiäre Pflichten und Freundschaften zugunsten des Mediums

  • lösen durch ihren Medienkonsum öfter Streit in der Familie/Partnerschaft aus

  • empfinden die digitale Welt als „heilend“ und angenehm im Vergleich zur realen Welt

  • ziehen sich regelmäßig in die digitale Welt zurück, um Ärger, Frustrationen und Sorgen zu vergessen

  • nehmen soziale Kontakte in der digitalen Welt (z.B. Chat-, Computerspiel- oder Facebook-Freundschaften) als wichtiger wahr, als physisch reale soziale Kontakte

  • wissen selbst, dass ihr Medienkonsum problematisch ist, kommen aber alleine nicht davon los

  • können sich nur schwer eine Alternative zum Online-Sein vorstellen

  • bleiben weiter vor dem Bildschirm, auch wenn sie spüren, dass sie dadurch sich selbst und andere schädigen

  • haben Schlafprobleme, da ihre Gedanken weiterhin um das Medium kreisen

  • werden trotz fester Absichten, vom Bildschirm loszukommen, wiederholt rückfällig

Der erste Schritt zur Normalisierung des Medienkonsums ist die Selbsteinsicht. Nur wenn der Betroffene einsieht, dass sein Medienkonsum problematisch ist, und er sich dazu bereit erklärt, selbst etwas an seinem Verhalten ändern zu wollen, macht es Sinn, auf ein ausbalanciertes Online-Offline-Verhältnis hinzuarbeiten.

Siehe auch: