Computerspiele

Endlich zu Hause! Christopher rennt in sein Zimmer und stürzt sich auf seinen Computer. Schnell loggt er sich ein und das Spiel kann beginnen. Christopher bemerkt gar nicht, dass erst seine Schwester, dann die Mutter nach Hause kommt und nach einer Weile steht diese in der Tür und fragt, wie es mit den Hausaufgaben stünde. "Schon erledigt!“. Das Spiel wird nicht unterbrochen. zum Abendessen ruft die Mutter fünf Mal. Schweren Herzens und mit dröhnendem Schädel  begibt Christopher sich nach unten, um eine halbe Stunde später bis tief in die Nacht weiterzuspielen. 

Die Faszination der Computerspielwelt

Beim Computerspiel macht es schon einen Unterschied, ob man nur ein paar Tetris-Bausteine sortiert, oder ob man komplett in eine virtuelle Parallelwelt abtaucht. Gerade Online-Rollenspiele ziehen Millionen Menschen in ihren Bann. Gründe dafür gibt es viele: das Schlüpfen in eine andere Identität, das Ausleben von Phantasien (was man im Spiel tut, hat keine Konsequenzen für das reale Ich – man kann also in der virtuellen Welt Dinge tun, die im wahren Leben unvorstellbar wären), der Zusammenhalt in der Community oder die Endlosigkeit des Spiels sind nur einige davon. Kein Wunder, dass viele Spieler mehr Zeit damit verbringen, als eigentlich gesund ist, und dass immer mehr Länder sich mit Fällen von „Computerspielsucht“ auseinandersetzen und Behandlungszentren für Betroffene schaffen.

Siehe auch: Die Hintergründe 

Symptome übermäßigen Computerspielens

Wer zu viel Zeit mit Computerspielen verbringt, kann das neben den typischen Anzeichen (siehe „Alarmsignale“) auch körperlich spüren. Schließlich hat man, anstatt sich zu bewegen, raus zu gehen und frische Luft zu schnappen, stundenlang vor dem Bildschirm gesessen.

  • Der Rücken tut vielleicht weh und obwohl man sich eigentlich nicht körperlich betätigt hat, fühlt man sich müde und schlapp.

  • Die Augen sind an die Helligkeit des Bildschirms gewöhnt und ermüden in seiner Abwesenheit.

  • Während des Spiels  ist man hochkonzentriert, doch sobald der Computer aus ist, hat man Probleme, die Gedanken auf etwas zu fokussieren.

  • Vielleicht hat man sich selbst schon mal dabei erwischt, wie man während der Schul- oder Arbeitszeit unruhig und gereizt wurde, weil man sein Spiel nicht weitermachen konnte, sondern seine Zeit mit anderen Beschäftigungen verbringen musste.

  • Manche Hardcore-Gamer vergessen sogar, während ihres Spiels zu essen oder zu trinken. Sie magern stark ab. Andere wiederum essen fast pausenlos ohne dabei das Spiel zu unterbrechen.

  • Menschen, die abhängig von Computerspielen sind, vernachlässigen im fortgeschrittenen Stadium ihrer Sucht oft auch die eigene Körperhygiene. Alles was zählt ist das Leben des Avatar (LINK GLOSSAR).

Lass es nicht so weit kommen! Das reale Leben hat so viel mehr zu bieten, als der virtuelle Abklatsch. Spiele sind und bleiben ein netter Zeitvertreib für zwischendurch – mehr nicht. Wenn einige der hier beschriebenen Probleme auf dich zutreffen, verbringst du vielleicht schon zu viel Zeit vor dem Computer und solltest etwas daran ändern.

Mit dem Spiel in der Balance

Computerspiele machen Spaß und sollten nicht verteufelt werden. Wenn allerdings Abhängigkeitserscheinungen auftauchen, wird der Spaßfaktor schnell vom inneren Spieldrang überschattet. Damit es nicht so weit kommt, sollte man sich selbst klare Grenzen setzen.

  • Kein Spiel der Welt ist wichtiger als das reale Leben. Diesen Merksatz sollte man sich immer wieder bewusst machen.

  • Es kann helfen, sich vor dem Spielen eine klare Begrenzung zu setzen, wie z.B. „Heute will ich diese Mission/dieses Level schaffen – danach ist Schluss“ oder „Heute spiel ich eine Stunde“.

  • Den gesunden Menschenverstand einsetzen: Wer seine Begrenzung zu weit auslegt („Heute spiel ich das ganze Spiel durch“ – „Heute spiel ich 5 Stunden am Stück“) macht sich selbst keinen Gefallen.

  • Für jede Stunde, die mit dem Computerspiel verbracht wird, sollte man mindestens eine Stunde aktiv offline verbringen, z.B. mit sportlichen, kulturellen oder familiären Aktivitäten.