Handy

Ein kurzer, hastiger Blick aufs Handy, in der Angst der Lehrer könne zu ihr herüberschauen. Marie scheint die Wartezeit auf die Antwort ihrer Freundin unvergänglich, dabei sollte sie doch eigentlich Notizen nehmen. Immer wieder schielt sie auf das Display, in der Hoffnung, eine Nachricht sei eingegangen, obwohl die Vibration des Handys dies eigentlich deutlich ankündigen würde. Um die Zeit totzuschlagen, checkt Marie ihre Facebook-Seite, schon zum zehnten Mal an diesem Morgen. Endlich erscheint eine Nachricht auf dem Bildschirm und sofort verfasst Marie eine Antwort.

Handys gehören dazu

Handys sind längst weit mehr als bloße Telefone. Sie sind Statussymbole und Taschencomputer, die rund um die Uhr den Anschluss ans Weltgeschehen und den Anschluss ans soziale Umfeld garantieren. Sie helfen, Langeweile zu überbrücken, peinliche Wissenslücken schnell zu schließen und verhindern, dass man sich beim Alleinsein tatsächlich einsam fühlt. Außerdem sind sie allzeit bereite Hilfsmittel zur digitalen Selbstdarstellung: Mithilfe der Kamera wird der Alltag in Ton und Bild festgehalten und den Mitmenschen möglichst schmackhaft dargestellt im sozialen Netzwerk verfügbar gemacht.

Die BEE SECURE Trainer bestätigen, dass in den siebten Klassen der luxemburgischen Sekundarschulen jedes Kind ein Handy besitzt. Die meisten dieser Geräte sind hypermoderne Smartphones Wer keins hat, ist nicht cool oder gehört nicht dazu. Doch ein Handy allein reicht nicht aus. Dazu gehören natürlich Profile in sozialen Netzwerken und Kommunikations-Apps, mit denen Freunde sich untereinander ständig auf dem neusten Stand halten können.

„Aber jeder hat das“

Dieses Argument ist wohl den meisten Eltern gut bekannt, wenn es darum geht, dass der Nachwuchs das neuste Handy-Modell mit den angesagtesten Programmen haben will. Tatsächlich ist es für Jugendliche heute wichtig, mit ihren Freunden vernetzt zu sein. Wer offline ist, verliert schnell den Anschluss an die Gruppe. Hierüber sollten sich Eltern im Klaren sein, wenn sie ihrem Kind aus Überzeugung das Handy verbieten wollen.

Über Smartphones ist man 24 Stunden am Tag erreichbar. Das hat leider nicht nur Vorteile. Durch die Flut an SMS, Push-Benachrichtigungen, E-Mails usw. wird die Konzentration ständig auf den Bildschirm gelenkt. Auch wenn 90 Prozent der Nachrichten eher belangloser Smalltalk sind, verspürt man eine starke innerliche Unruhe sowie das unangenehme Gefühl, etwas Wichtiges zu verpassen, wenn das Handy ausgeschaltet ist.

Mit dem Handy in der Balance

Wer sich ständig nur mit dem Handy beschäftigt, ist nicht kommunikativ, sondern – im Gegenteil – kapselt sich von der Welt ab. Damit das nicht passiert, hier einige Ratschläge:

  • Das Handy nachts ausschalten. So können weder die ungesunde Strahlung, noch belanglose Nachrichten den Schlaf beeinträchtigen.

  • Phubbing vermeiden! Wer mit Anderen etwas unternimmt, sollte niemals dem Handy mehr Aufmerksamkeit schenken, als dem Gegenüber. Das ist respektlos und führt schlimmstenfalls zum Zerbrechen von Freundschaften und Beziehungen.

  • Push-Benachrichtigungen sind wahre Konzentrationsblocker und lösen Stress aus, weil sie die Aufmerksamkeit rund um die Uhr auf das Handy lenken. Deshalb: bewusst selbst entscheiden, wann Mailbox oder Facebook gecheckt werden und Push-Benachrichtigungen ausschalten.

  • Anstatt nervös zu werden, gleich den Anschluss ans Weltgeschehen zu verpassen, wenn mal eine Stunde auf das Handy verzichtet werden muss, das Ganze aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Eine Stunde lang Ruhe, Zeit zum Entspannen, Zeit für das Wesentliche, Zeit für sich selbst. Und das Tollste: Die Welt dreht sich trotzdem weiter. Ist das nicht herrlich?