E-Shopping

Gängige Betrugsmaschen erkennen

Luxemburger kaufen gerne online ein: Laut einer STATEC-Umfrage1 haben 2013 über 80% der hiesigen Internetnutzer schon mal Waren im Netz bestellt, bzw. tun es regelmäßig. Am beliebtesten unter den Online-Artikeln sind dabei Bücher – diese werden von 61% der Befragten über das Internet gekauft. Darauf folgen Hotelbuchungen (54%) sowie Kleider, Sportartikel und weitere Urlaubsbuchungen (Flugtickets, Mietwagen,…) mit jeweils 47%.

Das Internetshopping boomt also – keine Frage! Doch leider haben längst auch Kriminelle entdeckt, wie lukrativ der Online-Handel sein kann. Auf folgende Betrugsmaschen sollten Sie aufpassen…

Fake-Shops

Sie wollen ein ganz bestimmtes Produkt kaufen und stoßen im Internet auf einen Shop, in dem es weit unter dem üblichen Ladenpreis angeboten wird. Das Super-Schnäppchen verlangt eine Bezahlung per Vorkasse – ein Kompromiss den Sie eingehen, um von dem tollen Angebot profitieren zu können. Nach der Bestellung verstreichen die Tage und Wochen… Ihr Geld ist weg, aber von Ihrer Bestellung sehen und hören Sie nichts. Der Internetshop ist für Reklamationen nicht erreichbar.

Fake-Shops verkaufen Ware, die sie gar nicht besitzen. Kunden locken sie durch Niedrigstpreise, bei denen die ehrliche Konkurrenz nicht mithalten kann. Die Webshops der Betrüger sind oft so professionell gestaltet, dass für den Benutzer nicht ersichtlich ist, dass es sich um einen Fake handelt.

Zahlen Sie nie per Vorkasse! Professionelle Webshops bieten sichere Zahlungsmethoden an: per Rechnung, Nachnahme oder elektronisches Zahlungssystem (z.B. PayPal).

Extreme Niedrigstpreise sollten Sie stutzig machen.

Prüfen Sie im Vorfeld die Seriosität des Online-Shops, zum Beispiel mittels Internet-Recherche. Suchen Sie in Foren nach Erfahrungen, die andere Kunden mit diesem Shop gemacht haben. Prüfen Sie auch, ob das Impressum des Shops vollständig und korrekt ist, damit Sie den Shop ggf. kontaktieren können.

Treuhandbetrug

Treuhandbetrug ist eine gängige Masche, zum Beispiel beim Autokauf im Internet. Sie interessieren sich für einen Wagen und nehmen Kontakt zum Verkäufer auf. Der wiederum erklärt Ihnen, er arbeite mit einem Logistikunternehmen zusammen, das sowohl den Transport des Wagens, als auch die Zahlungsabwicklung übernimmt. Sobald Sie bezahlt haben, soll Ihnen der Wagen nach Hause geliefert werden.

Das vermeintliche Logistikunternehmen gibt es nicht. Sowohl die Webseite, als auch die E-Mail-Adresse des angeblichen Unternehmens sind gefälscht. Sie haben Ihr Geld direkt an den Betrüger überwiesen. Den Wagen werden Sie nicht bekommen und auch eine Rückbuchung ist nicht möglich. Was Ihnen bleibt, ist die Straferstattung bei der Polizei. Leider besteht hier kaum eine Hoffnung auf Vergeltung.

Seien Sie vorsichtig, wenn der Verkäufer sich sprachlich sonderbar ausdrückt und Sie Nachrichten erhalten, die offenbar automatisch per Übersetzungssoftware übersetzt wurden. Ein Grund zur Skepsis ist auch, wenn die Verkaufsanzeige in Ihrer Landessprache ist, jegliche Kommunikation mit dem Verkäufer aber in Englisch verläuft.

Ein weiterer Indiz dafür, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht: Obwohl in der Artikelbeschreibung Ihr Heimatland als Standort angegeben ist, sollen Sie die Überweisung auf ein ausländisches Konto tätigen.

Bei größeren Beträgen ist es angebracht, dass Sie selber als Käufer ein Treuhandunternehmen auswählen. Im Idealfall holen Sie wertvolle Ware persönlich ab und bezahlen dann vor Ort.

Vorschussbetrug

Den Vorschussbetrug gibt es in unzähligen Varianten, egal ob beim Auto- und Immobilienverkauf oder beim Handel mit Haustierbabys. Die Masche ist immer die gleiche: Noch bevor Sie das Objekt der Begierde in Empfang nehmen können, sollen Sie Vorschüsse zahlen. Die Gründe dafür sind mal mehr, mal weniger nachvollziehbar:

  • Beim Verkauf einer sehr günstigen Immobilie ist der Käufer z.B. gerade im Ausland und beauftragt eine angebliche Maklerfirma, sich um die Abwicklung zu kümmern. Diese verlangt vom interessierten Opfer eine Vorauszahlung, damit überhaupt erst ein Besichtigungstermin vereinbart werden kann.
  • Beim Autoverkauf verlangt ein angebliches Logistikunternehmen diverse Geldbeträge, z.B. zur Überführung des Wagens über die Grenze.
  • Beim Haustierverkauf wird zzgl. zum Verkaufspreis weiteres Geld verlangt, z.B. für Impfungen, Transportboxen und –kosten.

In allen Fällen wird das Geld des Opfers kassiert, während die gekaufte Ware nie wirklich geschickt wird. Oft existiert sie in Wahrheit noch nicht einmal.

Generell sollten Sie nichts im Voraus bezahlen. Wenn ein Verkäufer, bzw. ein von ihm beauftragtes Unternehmen Sie mit einem dem hier beschriebenen ähnlichen Szenario kontaktiert, sollten Sie am besten den Kontakt abbrechen.

Vorkasse-Trick

Auf einer Kleinanzeigen-Plattform entdecken Sie ein Produkt, das Sie kaufen möchten. Der Verkäufer erklärt Ihnen bei der Kontaktaufnahme, dass er sich gerade im Ausland befindet und bittet Sie um eine Vorabüberweisung per Western Union. Sie zahlen, doch die Ware erhalten Sie nicht. Anfangs hält Sie der Verkäufer noch mit mehr oder weniger nachvollziehbaren Argumenten hin, später aber reagiert er gar nicht mehr auf Ihre E-Mails und Anrufe.

Überweisungen per Bargeldtransfer können nicht rückverfolgt werden. Beim Vorkasse-Trick wird darauf spekuliert, und nach Eingang der Bezahlung der Kontakt zum Opfer abgebrochen. Das Geld ist weg – von der Ware sieht das Opfer nichts.

Wenn Sie ein ähnliches Szenario wie das oben beschriebene erleben, dann lassen Sie besser die Finger von dem Angebot. Jeder seriöse Verkäufer muss zudem einsehen, dass eine Bezahlung über Bargeldtransfers für den Käufer große Risiken birgt, und sollte dementsprechend sicherere Alternativen anbieten.

Gefälschte Bewertungen, Siegel und Logos

Der Webshop macht auf Sie einen ganz seriösen Eindruck: Keine Rechtschreibfehler, professionelle Produktfotos und jede Menge Qualitätssiegel und Logos bekannter Unternehmen (z.B. PayPal). Auch die Bewertungen anderer Kunden sind sehr positiv.

Nicht alles was glänzt, ist Gold. Dass bekannte Marken und gute Bewertungen für Seriosität stehen und viele Kunden anlocken, dessen sind sich auch Betrüger bewusst… und legen sich mächtig ins Zeug, um diese Elemente professionell zu fälschen.

Achten Sie auf ausschließlich positive Bewertungen, die alle im selben Stil geschrieben wurden. Wenn Siegel und Logos bekannter Marken auf der Webseite sind, prüfen Sie, ob sich dahinter auch der richtige Link befindet.

Gefälschte Bewertungen können (müssen aber nicht!) ein Hinweis auf einen Fake-Shop sein. Die Seriosität des Online-Shops stellen sie aber allemal in Frage.

Markenfälschungen

Sie kaufen ein günstiges Markenprodukt in einem Webshop. Wenn es nicht bereits vom Zoll beschlagnahmt wurde, stellen Sie zu Hause fest, dass Qualität und Verarbeitung stark zu wünschen übrig lassen. Und die Etiketten mit asiatischen Schriftzeichen sind auch nicht gerade vertrauenserweckend. Wurde Ihnen etwa eine Fälschung untergejubelt?

Der Online-Markt ist überschwemmt von Nachahmungen bekannter Markenprodukte. Bezahlt werden sie von ahnungslosen Kunden per Vorauszahlung. Richtig gefährlich sind gefälschte Medikamente und Elektronik. Ersatzansprüche gegen die meist aus dem asiatischen Raum stammenden Verkäufer sind in der Praxis kaum durchsetzbar.

Wieder lautet die Devise: Stutzig werden bei Niedrigstpreisen und unbedingt die Seriosität des Online-Shops vor der Bestellung prüfen. Wer sicher gehen will, dass er Markenware bekommt, sollte entweder direkt im offiziellen Webshop der Marke bestellen, oder sich auf der offiziellen Webseite über die Liste der Marke-führenden Händler (offizielle Partner) informieren.

Internetbestellungen sollten nicht im Voraus bezahlt werden. Sicher ist die Bezahlung per Nachnahme oder über ein elektronisches Bezahlsystem (z.B. PayPal). Bei unseriösen E-Shops kann man den Firmensitz meist nicht eindeutig ermitteln, was die Einreichung einer Klage und die Rückerstattung des Geldes unmöglich macht.

Versteckte Zusatzkosten

Sie haben in verschiedenen Online-Shops die Preise verglichen und sich für das günstigste Angebot entschieden. Woran Sie nicht gedacht haben: Auch die Versandkosten variieren von Anbieter zu Anbieter. Versteckte Zusatzkosten z.B. Zollgebühren, Einfuhrsteuern oder Stornierungskosten haben Sie gar nicht beachtet.

Ein richtiger Betrug liegt hier zwar nicht vor, ärgerlich ist es trotzdem, wenn Sie zum Verkaufspreis noch einen hohen Betrag draufbezahlen müssen.

Vergleichen Sie nicht nur Verkaufspreise, sondern auch Zusatzkosten, die Sie betreffen. Wenn Sie etwas aus dem Ausland bestellen, denken Sie an Zoll, Steuern und Versandkosten, die auf Sie zukommen. Falls der Warenwert mehr als 150 Euro beträgt, ist eine Bestellung aus einem Land außerhalb der EU zollpflichtig, ab einem Wert von 22 Euro wird Mehrwertsteuer erhoben2. Hinzu kommt, dass Zoll und Einfuhrsteuer nicht nur auf den Warenwert erhoben werden, sondern auch auf die Versandkosten. Ein weiterer Grund, diese beim Kauf zu berücksichtigen.

Wer im Ausland bestellt, sollte sicher gehen, dass eine Rechnung beiliegt, so dass der Warenwert in jedem Fall belegt werden kann. Ansonsten drohen lange Wartezeiten bis zur Aushändigung durch den Zoll.

Zusätzliche Kosten können auch für Bearbeitungsgebühren oder für zusätzliche Versicherungen anfallen.

Online-Shopping-Tipps

  • Seriosität des Online-Shops im Vorfeld prüfen
  • Stutzig werden bei: extremen Niedrigpreisen, nur Vorkasse als Zahlungsart, stark tendenziellen Bewertungen anderer Kunden (negativ oder positiv), mangelnder Erreichbarkeit, der Abwicklung des Geschäfts über ein vom Verkäufer vorgeschlagenes Logistikunternehmen
  • Wer Geld über einen Anbieter von weltweitem Bargeldtransfer (z.B. Western Union oder Moneygram) fordert, ist fast immer auf Betrug aus
  • Vertragsbedingungen müssen transparent und verständlich sein
  • Preise und Zusatzkosten vergleichen, um das tatsächlich günstigste Angebot zu finden
  • Sichere Zahlungsmittel nutzen: per Rechnung, Nachnahme oder elektronisches Zahlungssystem (z.B. PayPal)
  • Überweisungen nur über eine gesicherte https-Verbindung tätigen (lesen Sie auch unseren Ratgeber „Online-Banking“)
  • Falls Sie Opfer von E-Shopping-Betrügern wurden, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und kontaktieren Sie Ihre Bank, um zu erfahren, ob eine Rückholung Ihres Geldes noch irgendwie möglich ist

Trusted Shops“ ist eines von mehreren europäischen Zertifikaten, das Betreibern von seriösen Online-Shops verliehen wird, die strenge Sicherheitskriterien erfüllen.
Auf der Webseite www.trustedshops.com finden Sie eine Liste mit mehr als 18.000 Online-Shops, die mit dem Gütesiegel ausgezeichnet wurden.

Videos

Christian Steichen von der luxemburgischen Kriminalpolizei erklärt, wie man gefälschte Markenartikel in Online-Shops erkennen kann.

Patrick Schaul von der „Union Luxembourgeoise des Consommateurs“ (ULC) erklärt, welche Rechte Kunden beim Online-Shopping haben.