
Eine Nachricht von einer Person, die man kennt oder einer offiziellen E-Mail-Adresse wirkt zunächst vertrauenswürdig. Doch auch echte E-Mail-Konten können für Betrugsversuche missbraucht werden. Aktuelle Phishing-Fälle im Luxemburger Schulumfeld zeigen, wie Kriminelle bereits gehackte Konten nutzen, um weitere Zugangsdaten zu stehlen.
Phishing über gehackte Schulkonten
Im Oktober 2026 wurden in Luxemburg Phishing-Nachrichten über echte @school.lu-Adressen verschickt. Dahinter steckten Kriminelle, die zuvor Zugang zu den E-Mail-Konten einzelner Schülerinnen und Schüler erlangt hatten.
Die Nachrichten informierten beispielsweise über eine angebliche Sprachnachricht, die über einen Link abgerufen werden sollte.
Wer auf den Link klickte, landete auf einer gefälschten Anmeldeseite. Diese sah einer offiziellen Anmeldeseite ähnlich. Tatsächlich diente sie jedoch dazu, Benutzernamen und Passwörter zu stehlen.
Wie funktioniert diese Betrugsmasche?
Das Besondere an dieser Methode ist, dass die betrügerischen Nachrichten tatsächlich von echten E-Mail-Konten stammen.
Die Kriminellen nutzen bereits gestohlene Zugangsdaten, um sich bei einem fremden Konto anzumelden. Anschließend verschicken sie über dieses gehackte Konto weitere Phishing-Nachrichten. Da die Absenderadresse echt ist und möglicherweise sogar einer bekannten Person gehört, erscheint die Nachricht besonders glaubwürdig.
Wer auf der gefälschten Internetseite seine Zugangsdaten eingibt, gibt diese unbemerkt an die Kriminellen weiter. Mit diesen Informationen können sie versuchen, auch dieses Konto zu übernehmen und darüber weitere Nachrichten zu verschicken.
So kann ein einziges gehacktes Konto zum Ausgangspunkt für zahlreiche weitere Betrugsversuche werden.
Was passiert mit gestohlenen Zugangsdaten?
Ein gestohlenes Passwort kann weitreichende Folgen haben. Kriminelle können damit unter Umständen persönliche Informationen einsehen, weitere Konten übernehmen oder im Namen der betroffenen Person Nachrichten verschicken.
Zugangsdaten werden auch auf illegalen Online-Marktplätzen gehandelt, beispielsweise im Darknet. Andere Kriminelle können diese Informationen anschließend für weitere Angriffe verwenden. Ob dies im konkreten Fall der @school.lu-Konten geschehen ist, ist nicht bekannt.
Wie kann man sich schützen?
- Nachrichten hinterfragen: Auch eine echte Absenderadresse bedeutet nicht automatisch, dass eine Nachricht vertrauenswürdig ist. Besonders bei unerwarteten Aufforderungen zur Anmeldung oder Eingabe persönlicher Daten ist Vorsicht geboten.
- Internetadresse überprüfen: Gefälschte Anmeldeseiten können täuschend echt aussehen. Im Zweifelsfall sollte die offizielle Internetseite selbst aufgerufen werden, statt einem Link aus der Nachricht zu folgen.
- Unterschiedliche Passwörter verwenden: Für jedes Konto sollte ein eigenes, einzigartiges Passwort genutzt werden. Wo möglich, sollte zusätzlich die 2-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktiviert werden.Bei Verdacht schnell reagieren: Wurde ein Passwort auf einer verdächtigen Seite eingegeben, sollte es umgehend über die offizielle Internetseite geändert werden. Wird dasselbe Passwort auch für andere Konten verwendet, sollte es dort ebenfalls sofort geändert werden.
Weitere Informationen bietet BEE SECURE unter Alles, was man über Phishing wissen sollte.
Verdächtige E-Mails können über SPAMBEE (ein luxemburgisches Tool, mit dem verdächtige E-Mails analysiert werden können) gemeldet und analysiert werden.
Nicht nur ein Problem im Schulumfeld
Diese Betrugsmasche beschränkt sich nicht nur auf schulische E-Mail-Konten. Auch private und berufliche Konten können übernommen werden, um weitere Menschen zu täuschen.
Das Beispiel zeigt: Nicht allein der Absender entscheidet darüber, ob eine Nachricht vertrauenswürdig ist. Entscheidend ist auch, was darin verlangt wird.







