Tinder für Teenager? Was Eltern und Erzieher über „Yellow“ wissen sollten

Die App „Yellow“ funktioniert ähnlich wie die beliebte Dating-App „Tinder“ - mit dem kleinen Unterschied, dass sie auch eine Community für Jugendliche anbietet. BEE SECURE erklärt, was Eltern und Erzieher beachten sollten.

 

Das Prinzip ist wahrscheinlich jedem bekannt: Mit einem „Swipe“ nach links oder rechts entscheidet man sich für oder gegen das Profil einer Person. Bei gegenseitigem Gefallen bekommt man die Möglichkeit, mit der anderen Person zu kommunizieren. So funktioniert die Dating-App „Tinder“ und hunderte Apps, die das Prinzip nachahmen. Auch „Yellow“ nutzt dieses Prinzip, um unter anderem Jugendliche miteinander zu vernetzen. Ziel der App ist es offiziell, neue Freunde zu finden – natürlich lädt das Prinzip auch dazu ein, zu flirten. Neben dem „swipen“ und chatten ist es möglich, Live-Videos über Yellow zu streamen. Diese können alle Nutzer (und nicht nur die Freunde) sehen.

 

Was ist besonders an Yellow?

Yellow richtet sich speziell an Jugendliche. Teenager zwischen 13 und 17 Jahren werden getrennt von Erwachsenen behandelt, d.h. diese können nicht mit Minderjährigen in Kontakt treten. Diese Funktion soll Jugendliche schützen. Yellow-Nutzer müssen ihren richtigen Namen, ihr Alter, Geschlecht, ihre Telefonnummer und ein Foto ihres Gesichts in ihrem Profil angeben. Die Firma hinter Yellow gibt an, dass dadurch Fake-Profile vermieden werden sollen – allerdings überprüft sie nur die Telefonnummer (durch Versenden eines Codes per SMS), nicht aber den Namen oder das Alter.

 

Welche Gefahren gibt es auf Yellow?

Im Grunde gibt es auf Yellow die gleichen Gefahren wie in jeder App, die Chatten und Versenden von Bildern oder Videos ermöglicht. Der Fokus auf Jugendliche birgt natürlich spezielle Gefahren.

  • Illegale Inhalte: Auch auf Yellow gibt es illegale Inhalte wie z.B. Gewalt, Diskriminierungen, Drogen, usw. Kinder sollten wissen, dass sie illegale Inhalte nicht teilen, sondern melden sollten.
  • Bullying: Cyber-Bullying ist ein ernstzunehmendes Problem, das auf jedem sozialen Netzwerk vorkommen kann. Gerade unter Jugendlichen ist dies leider weit verbreitet. Ermutigen Sie ihr Kind, kein Bully zu sein und bei Mobbing-Aktionen nicht mitzumachen. Mehr Informationen zu dem Thema gibt es in unserer Kampagne NOT FUNNY BEE FAIR
  • Nacktheit: Die eigene Sexualität zu entdecken gehört zum Erwachsenwerden. Dazu gehört natürlich auch Flirten, was mittlerweile selbstverständlich auch online passiert. Die Motive, aufgrund derer Jugendliche Nacktbilder von sich teilen, sind vielfältig. Sie sollten sich jedoch bewusst sein, dass es sehr schwer (oder unmöglich) ist, solche Bilder wieder aus dem Netz zu löschen. Außerdem sind Nacktfotos von Minderjährigen oftmals illegal - hier wird von Fall zu Fall unterschieden. Mehr Infos zum Thema „Sexting“ finden Sie in unserem Factsheet Sexting.
  • Grooming: Obwohl 13- bis 17-Jährige getrennt von den Erwachsenen sind, besteht die Gefahr des Cyber-Groomings. Erwachsene Nutzer erstellen sich Fake-Profile und versuchen durch Komplimente oder angebliche „Model-Verträge“ Nacktbilder oder ähnliches zu bekommen. Alles über Grooming finden Sie in unserem Factsheet zu Cyber-Grooming. Seien Sie achtsam und ermutigen Sie ihr Kind, mit ihnen über merkwürdige Online-Bekanntschaften zu reden.
  • Sicherheit und Datenschutz: Yellow erlaubt keine anonymen Profile. Trotzdem müssen Kinder nicht alles im Profil ausfüllen und jedes Details preisgeben. Gerade beim Livestreaming ist es wichtig, darauf zu achten, dass nicht zu viele Details (z.B. das Wohnhaus) sichtbar sind. Machen Sie sich mit den Datenschutz-Einstellungen der App vertraut und gehen Sie sie mit ihrem Kind durch.

Weitere Informationen zur App sowie viele Ratschläge finden Eltern und Erzieher im „Parents Guide“ der Yellow-App. Bei Fragen oder Problemen können Sie sich auch jederzeit an die BEE SECURE HELPLINE wenden.

 

 Bild: Appstore, Yellow App