Infos für Eltern

Empfehlungen

 Was können Eltern präventiv tun?

  • Bringen Sie Ihrem Kind frühzeitig bei, keine persönlichen Daten oder allzu private oder intime Informationen zu verbreiten oder zu publizieren. So ist es schon weniger angreifbar.
  • Machen Sie Mobbing zum Thema in der Familie. So weiß Ihr Kind Situationen, die es am eigenen Leib oder als Zeuge erfährt, besser einzuordnen.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, darüber zu reden.
  • Machen Sie ihm klar, dass es sich auf keinen Fall an Mobbingaktionen beteiligen soll.
  • Mit einem guten Passwort kann Ihr Kind böswilligen und missbräuchlichen Übernahmeversuchen seines MSN-Kontos oder seines Profils in einem sozialen Netzwerk vorbeugen.
  • Als Eltern sollten Sie immer einen Überblick der Internet-Aktivitäten Ihres Kindes haben. Nur wenn Sie wissen und verstehen, was Ihr Kind im Internet macht, und welche Seiten es besonders gerne besucht, können Sie Gefahren rechtzeitig erkennen und entsprechend handeln. Ist Ihr Kind auf sozialen Netzwerken aktiv, sollten auch Sie sich damit auseinandersetzen. Oft unterschätzen Eltern die Risiken, die von solchen Portalen ausgehen.
  • Kinder sollten generell nicht ohne entsprechend gesicherten Computer ins Internet gehen.
    Mehr Infos hierzu: “Dossier: Jugendschutz“

Daneben bleibt das Gespräch der wichtigste Schutz. Fragen wie bspw. „Wie war es in der Schule?“ sollten heutzutage ergänzt werden mit „Wie war es im Internet?“ Eltern sollten wissen, was ihre Kinder im Internet machen und Vertrauen zu ihnen aufbauen, damit sie bei Problemen als Ansprechpartner akzeptiert werden.

Mein Kind, Opfer von Cybermobbing ?

Kinder oder Jugendliche, die gemobbt werden, haben meist große Schwierigkeiten darüber zu reden. Es braucht oft Zeit bis sie realisieren, dass das, was andere ihnen antun, sie verletzt und aus der Bahn wirft. Scham- und Schuldgefühle hindern viele Opfer daran, sich Hilfe zu holen. Beim Cybermobbing kommt oft noch die Angst dazu, die Eltern könnten das Internet verbieten.

 Aber ein Kind gibt eventuell indirekte Signale:

  • es will nicht mehr zur Schule gehen und bricht Kontakte zu Freunden ab
  • es klagt über Kopfschmerzen, Bauchweh, Übelkeit, Schlaflosigkeit
  • nach dem Surfen im Netz oder dem Lesen einer SMS wirkt es verängstigt
  • es verändert von einem Tag auf den anderen seine Internetgewohnheiten
  • es zieht sich immer mehr zurück

 Mein Kind wird gemobbt. Was kann ich tun ?

  • Ermutigen Sie Ihr Kind, darüber zu reden. Dramatisieren Sie nicht. Setzen Sie Ihr Kind nicht unter Druck. Eltern können etwa sagen: „Dir geht es nicht gut. Woran liegt das?“
  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass es belästigende oder bedrohende Nachrichten nicht beantworten soll. Vielmehr sollte es die Möglichkeiten zum Ablehnen oder Blockieren von Kontakten nutzen.
  • Speichern Sie betreffende Nachrichten, Sie werden sie gegebenenfalls als Beweismaterial brauchen. Üben Sie mit Ihrem Kind, wie man einen Screenshot macht.
  • Wenn die Angriffe auf einer spezifischen Internetseite stattfinden, nehmen Sie Kontakt mit dem Provider, beziehungsweise Administrator dieser Seite auf. Informieren Sie sich, wie öffentliche Angriffe gelöscht werden können.
  • Wird Ihr Kind von Schulkameraden gemobbt, sollten Sie mit einer Lehrperson reden, der Ihr Kind vertraut und eventuell auch den Schuldirektor über die Situation in Kenntnis setzen. Bitten Sie um Unterstützung im Kampf gegen das Mobbing.
  • Zögern Sie nicht, Anzeige zu erstatten. Spätestens wenn es zu Androhung von Gewalt oder körperlichen Übergriffen kommt, muss die Polizei eingeschaltet werden. Polizeiliche Nachforschungen können durchaus die vermeintliche Anonymität des Täters aufdecken.
  • Für weitere Informationen oder persönliche Beratung können Sie sich auch an die BEE SECURE-Helpline (Tel. 8002 1234) wenden.

Mein Kind hat andere gemobbt. Wie kann ich reagieren?

  • Kinder oder Jugendliche die andere belästigen oder bedrohen, oder die mehr oder weniger aktiv an solchen Aktionen beteiligt sind, sind sich oft nicht bewusst in welchem Maße sie ihr Opfer verletzen und seine Lebensqualität beeinträchtigen.
  • Es ist also wichtig, solche Kinder oder Jugendliche mit den Folgen, die ihre Aktionen für das Opfer haben, zu konfrontieren. Eltern können Tätern helfen, Verantwortung zu übernehmen und zu verstehen, dass das was sie als Spaß wahrnehmen, für das Opfer extrem verletzend und beeinträchtigend ist.
  • Tätern muss auch klar gemacht werden, das Cybermobbing-Aktionen nicht nur moralisch inakzeptabel sind, sondern dass viele auch durchaus einen Straftatbestand darstellen.