Digital Privacy Salon – Interview mit einer Besucherin / Gastrednerin

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Im Rahmen des Internationalen Frauentages konzentrierte sich die Privacy Salon Ausgabe am 14. März 2018 auf Datenschutzprobleme in Bezug auf Frauen -  aber mit Informationen und Tipps, die für alle gelten.

Von der Erstellung eines Smart-Dating-Profils bis hin zum privaten Browsing gab Kasia, eine der Gastrednerinnen, praktische Tipps zur Onlinesicherheit aus dem Violet Blue Buch “The smart girl’s guide to privacy” sowie aus ihrer eigenen Lebenserfahrung.

Die zweite Gastrednerin, Rosi (@Mahinka29), gab einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen in der Welt der Überwachung und darüber, wie man trotz allem Privatsphäre und Sicherheit aufrechterhalten kann.

Für Rosi war dies die erste Keynote, die sie selbst im Privacy Salon hielt. Als regelmäßige Besucherin des Privacy Salons war es also ein ganz besonderer Moment für sie zum ersten Mal auf der “Bühne” des Level 2 Hackerspace zu stehen und ihre Erfahrungen mit dem Publikum teilen zu können.

BEE SECURE hatte die Gelegenheit, Rosi zu ihren Erfahrungen bezüglich des Privacy Salons zu befragen und zu erfahren, wie diese Besuche ihre Sicht auf den Schutz ihrer Daten und ihrer Privatsphäre verändert haben.

 1.       Kannst du uns davon erzählen, wie du vom Privacy Salon erfahren hast und wieso du dich damals dazu entschieden hast, teilzunehmen?

Mein erster Besuch war im Juli 2015. Ich sah die Einladung auf der luxemburgischen Meetup Seite und dachte, dass es interessant sein könnte. Gerade durch den Film “Minority Report” wurde mir bewusster, was es bedeuten kann, wenn jemand zu viele Daten von mir besitzt. Im Privacy Salon sollte ich also praktische Tools gezeigt bekommen, die mir dabei helfen, meine Daten besser abzusichern. Es klang also nach einer perfekten Möglichkeit, mein Wissen in diesem Bereich zu erweitern.

Anfangs war ich mir unsicher, ob ich tatsächlich hingehen sollte, da ich erstens nicht wusste, was mich genau erwarten würde und ich zweitens auch niemanden dort kannte und auch alleine hin ging. Aber, ich hatte nichts zu verlieren: es war an einem Wochenende im Sommer, es gab gratis Pizza, also ging ich mit Laptop ausgestattet hin. Schlussendlich blieb ich nach Ende des Privacy Salons noch länger im Level 2 hängen, ich unterhielt mich mit den anderen Besuchern und nahm noch am gemeinsamen Filmabend, der zweimal im Monat im Level 2 stattfindet, teil.

 2.       Wie würdest du den Privacy Salon einer Person beschreiben, die noch nie daran teilgenommen hat?

Es ist ein praxis orientierter Workshop oder besser gesagt ein Zusammenkommen in einem geschützten Raum, wo man als Besucher unterschiedliche Tipps und Tricks mitgeteilt bekommt, wie man seine Daten besser schützt. Was mir besonders gefällt, ist die Tatsache, dass man sehr ehrliche Gespräche führen kann und dass die Treffen keiner kommerziellen Agenda unterstehen.

 3.       Kannst du eine Situation im Privacy Salon hevorheben, die dich am meisten beeinflusst hat?

Es ist schwer, eine spezifische Situation auszuwählen. Insgesamt habe ich durch meine Besuche eine Vielzahl an nützlichen Tools kennengelernt. Auf jeden Fall haben die Besuche meinen Drang, mein Verständnis von Datenschutz zu erweitern, gestärkt. Des Weiteren wurde mir bewusst, dass das Gefühl, dass ich mich um meine Daten kümmern muss, ein Gefühl ist, welches viele andere Menschen mit mir teilen.

 4.       Würdest du sagen, dass sich deine Sicht auf den Datenschutz sowie auf den Schutz der Privatsphäre seit dem ersten Besuch des Privacy Salons verändert hat? Wenn ja, wie?

Durch meine Besuche habe ich vor allem ein Verständnis dafür entwickelt, auf welche Weise und über welche Kanäle Daten von mir, ohne mein Wissen oder Einverständnis, gesammelt werden. Eine Botschaft, die ich besonders hervorheben kann, ist folgende: “Wenn ein Dienst umsont ist, dann bist du das Produkt”. Dies war mir im Vorfeld nie so bewusst. Mittlerweile kann ich einfacher entscheiden, ob ich einen bestimmten Dienst benutzen möchte oder nicht. Zum Beispiel bin ich persönlich nicht davon überzeugt eine “smarte” Uhr oder ein anderes Gerät zu benutzen, welches Daten über meinen gesundheitlichen Zustand sammelt. Hier bin ich mir einfach nicht sicher, inwiefern meine Daten geschützt sind, wie sie eventuell von zukünftigen Arbeitgebern, Versicherungsunternehmen oder Werbeunternehmen genutzt werden könnten.

 5.       Die Privacy Salon Veranstaltungen setzen sich zur Aufgabe, den Besuchern praktische Tools zu zeigen, mit deren Hilfe sie ihre Daten besser absichern können, um der “aufdringlichen Überwachung” zu entgehen. Welches sind die drei Tools beziehungsweise Ratschläge, die du jemanden mit auf den Weg geben würdest?

  • An erster Stelle möchte ich auf die Webseite des Privacy Salons https://www.privacysalon.lu hinweisen. Jedes Mal wenn ich ein neues Laptop (oder das von Freunden) einrichte, besuche ich die Webseite um Adblocker oder andere nützliche Plugins zu finden und auf dem Gerät zu installieren. Für einen ahnunglosen Internutzer gibt es hier ein hervorragendes Starterpaket J
  • Twitter: Ich habe mich nach meinem ersten Besuch im Privacy Salon bei Twitter registriert, da mir vermittelt wurde, dass man sich hier am besten über die neusten technologischen Entwicklungen , besonders im Bereich des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre informieren kann. Durch Feinabstimmungen des Twitter-Algorithmus und durch das Folgen der richtigen Leute erhält man in der Tat, leichter als bei anderen sozialen Netzwerken, Zugriff auf datenschutzbezogene Informationen. Twitter sehe ich also nicht als Zeitverschwendung an, da es mich Dinge lehrt und es mich zu interessanten Inhalten führt.
  • Podcasts: Da ich in meinem täglichen Leben / Arbeiten meistens von Leuten umgeben bin, die sich nicht sehr darum kümmern, wie ihre Daten geteilt werden, war es für mich zunächst schwierig, in diesen Themen weiter zu kommen und mein Vokabular und mein Verständnis dafür zu erweitern. Podcasts zu Datenschutz- und Cyberproblemen leisten mir hier Abhilfe, damit ich mich regelmäßig mit diesen Themen auseinandersetzen kann. Meine Favoriten sind Defensive Security http://defensivesecurity.org/, Note to Self (https://www.wnycstudios.org/shows/notetoself/) und WIRED Security Spoken Edition (https://poddtoppen.se/podcast/1211754233/wired-security-spoken-edition).

Wenn Sie daran interessiert sind an einer Ausgabe des Privacy Salons teilzunehmen, dann schauen Sie bitte im BEE SECURE Agenda nach. Dort finden sie die nächsten Termine. Der Digital Privacy Salon ist eine offene Veranstaltung, bei der alle Interessierten herzlich willkommen sind, spannende Vorträge von Experten aus verschiedenen Bereichen zu erleben und sich im Anschluss zu Fragen rund um Big Data und Schutz der Privatsphäre lebhaft auszutauschen. Für mehr Information: http://www.privacysalon.lu