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Mediennutzung junger Menschen während der Pandemie

Ein kleines Mädchen und ein kleiner Junge die sitzend auf einer Treppe sind, spielen mit ihren Smartphones.
Unsplash.com

Während der Corona Pandemie hat sich der Medienkonsum verändert: Kinder und Jugendliche verbrachten 2020 etwa 26% mehr Zeit online als noch im Vorjahr. Dies wurde in Studien in Deutschland im Jahr 2020 festgestellt. BEE SECURE verrät Ihnen, wie junge Menschen digitale Medien nutzen und worauf Sie als Eltern achten können.

Neue Situation, erhöhte Nutzungsdauer

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest hat bei der Erforschung des Medienkonsums bei Jugendlichen und Kindern im Rahmen seiner Langzeit JIM-Studien (über Jugend, Information, und Medien), seiner KIM-Studien (zu Kindheit, Internet und Medien) und einer Zusatzuntersuchung untersucht, wie junge Menschen die Medien in Zeiten der Pandemie nutzen.

2020 verbrachten junge Menschen mehr Zeit mit YouTube Videos, Musikhören, Streaming-Diensten und vor dem Fernseher als in den vorherigen Jahren. Die tägliche Online-Nutzungsdauer ist im Jahr 2020 um rund 26% angestiegen. Während Jugendliche im Jahr 2019 noch angegeben haben, ungefähr 205 Minuten online pro Tag verbracht zu haben, haben sie 2020 durchschnittlich 258 Minuten täglich Dienste online benutzt.

Dabei gehen die AutorInnen von der KIM-Studie 2020 davon aus, dass die Kontaktbeschränkungen und die Schließung der Schulen eine Rolle bei diesen Zahlen spielen, da andere Freizeit- und Sportaktivitäten mit Freunden oder in Vereinen ausfielen und digitale Angebote eine Alternative für Freizeitaktivitäten und die Kommunikation darstellten.

Smartphones und Tablets, beliebte Alleskönner bei Kindern

Smartphones erfreuen sich laut der KIM-Studie an großer Beliebtheit. Im Durchschnitt erhalten Kinder mit 9 Jahren ihr erstes Smartphone. Dabei nutzen 69% der Kinder zwischen 6 und 13 Jahren es sogar alleine, ohne die Aufsicht der Eltern.

Zu den beliebtesten Apps auf dem Smartphone oder Tablet bei Kindern zählen laut der KIM-Studie 2020 WhatsApp (52%), gefolgt von YouTube (24 %) und TikTok (19%). Danach geben Kinder noch an, Instagram, Snapchat, YouTube Kids und Facebook zu nutzen. Hervorzuheben ist hier, dass diese Umfrage bei Kindern zwischen 6 und 13 Jahren durchgeführt wurde und Apps wie WhatsApp und TikTok ein Mindestalter von 13 Jahren für die Nutzung vorschreiben.

Bei den Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren waren die wichtigsten Apps laut der JIM-Studie 2020 WhatsApp (82%), Instagram (46%) und YouTube (31%). Andere nennenswerte Apps waren Snapchat, Spotify, TikTok, Google und Netflix. Auch hier ist Facebook nur noch ein Schlusslicht, welches mit der Beliebtheit anderer sozialer Netzwerke bei Jugendlichen nicht mehr mithalten kann.

Risiken und Nebenwirkungen

Dadurch, dass die Schule, Freizeitaktivitäten und Kommunikation online stattgefunden haben, ist die Zeit, in der sich Kinder und Jugendliche im Internet beschäftigen, gestiegen. Mit diesem Anstieg ist auch die Wahrscheinlichkeit größer geworden, negative Erfahrungen im Netz zu machen.

29 Prozent der Jugendlichen, die für die JIM-Studie befragt wurden, gaben an, dass bereits falsche oder beleidigende Informationen über sie verbreitet wurden. Als Vergleich: Im Jahr 2019 gaben nur 21% und im Jahr 2018 nur 19% an, dass Falsches oder Beleidigendes über sie im Netz verbreitet wurde. 37% waren Zeugen von beleidigenden Kommentaren in sozialen Netzwerken.

Zusätzlich hat jede*r zweite Jugendliche angegeben im Zeitraum von einem Monat auf Hassbotschaften im Internet gestoßen zu sein. Ein Drittel stieß auf Fake News und sogar die Hälfte aller Befragten hat zudem extreme politische Ansichten und Verschwörungstheorien online gelesen.

Doch auch jüngere NutzerInnen sind Risiken ausgesetzt, wenn sie zum Beispiel auf ungeeignete Inhalte stoßen. So geben 5 Prozent der Kinderzwischen 6 und 13 Jahren an, schon einmal auf Inhalte gestoßen zu sein, die nicht für ihr Alter geeignet sind. Diese reichen von unangenehmen Werbungen, über Gruselvideos, Gewaltszenen und Tierquälerei bis hin zu pornographischen Inhalten.

Der genaue Ablauf und weitere Ergebnisse der KIM-, der JIM-Studie, oder der JIMplus Studie 2020, sind kostenlos aufrufbar.

Was Eltern tun können

BEE SECURE gibt Ihnen Tipps, wie Sie als Eltern Ihren Kindern zu positiven und sicheren Erfahrungen im Netz verhelfen können.

  • Seien Sie als Begleiter und Ansprechpartner für Ihre Kinder da.
  • Legen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern Nutzungszeiten und Regeln Hier finden Sie den Ratgeber „Bildschirme in der Familie“.
  • Besprechen Sie zusammen mögliche Gefahren im Internet.

BEE SECURE bietet informative Elternabende, aber auch Trainings für Lehrpersonal und Erzieher.

Quelle: www.mpfs.de

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